11.05.2007 · Die Unternehmen suchen Fach- und Führungskräfte. Davon profitieren in hohem Maße auch die Personalberater. Die Branche rechnet für 2007 mit einem Rekorderumsatz von mehr als 1,2 Milliarden Euro.
Von Ralf NöckerDie Personalberater-Branche steuert auf ein neues Rekordjahr zu. Nach Angaben des Bundesverband Deutscher Personalberater (BDU) wird der Umsatz im laufenden Jahr nochmals deutlich wachsen, womit das Rekordergebnis des Jahres 2000 von gut 1,2 Milliarden Euro übertroffen würde. 2006 hatten die Berater 1,15 Milliarden Euro (plus 19,4 Prozent gegenüber Vorjahr) erlöst, für 2007 erwarten sie laut einer BDU-Studie wiederum ein Plus von durchschnittlich 19 Prozent. Knapp 80 Prozent der rund 1885 Personalberatungsfirmen in Deutschland hatten im vergangenen Jahr beim Umsatz zugelegt, nur 10 Prozent beklagten Rückgänge.
Mangel an Softwareentwicklern
Gesucht wurden in erster Linie Marketing- und Vertriebsprofis, Geschäftsführer, Controller und Ingenieure. Die meisten Suchaufträge kamen mit einem Anteil von 44 Prozent aus dem Verarbeitenden Gewerbe, gefolgt von den Finanzdienstleistern mit einem Anteil von 16,2 Prozent. Immer häufiger suchten die Personalberatungen im Ausland nach Kandidaten, sagte Wolfgang Lichius, Vorsitzender des Fachverbands Personalberatung. "Das hat weniger mit einer von den Unternehmen gewünschten Internationalisierung der Belegschaft als mit einem Mangel an geeigneten Kandidaten im Inland zu tun", betonte Lichius. So gebe es in Deutschland beispielsweise einen erheblichen Mangel an Softwareentwicklern. Bei immerhin 8,4 Prozent der Aufträge spiele sich die Suche nach Kandidaten ausschließlich im Ausland ab, knapp 20 Prozent entfallen auf Suchen im In- und Ausland.
Der Löwenanteil des Umsatzes in der Branche (91,2 Prozent) entfällt auf die Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften. Allerdings gewinnt das Geschäft mit der Beurteilung von Führungskräften (Management-Audits) an Bedeutung. Hierauf entfielen im vergangenen Jahr 5 Prozent des Branchenumsatzes oder 58 (2005: 43,6) Millionen Euro. In der demographischen Entwicklung sieht Lichius keine Bedrohung für die Branche, im Gegenteil: "Der Anteil der Unternehmen, die ohne Personalberater auskommen, wird weiter zurückgehen." Es werde immer schwieriger, geeignete Talente zu finden - was auch für die Beratungen selbst gelte: "Das ist eine der größten Herausforderungen für die Branche."