21.02.2013 · In Geschäfts-E-Mails weicht die Präzision mehr und mehr dem hektischen Geschreibsel. Peinliche Fehler, schluderige Rechtschreibung, vernachlässigte Grammatik: Das ist grob unhöflich, sagen Fachleute und mahnen zu mehr Sorgfalt.
Von Nadine BösRichtlinien für Lesermeinungen
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Was soll dabei herauskommen ???
Das Niveau im Umgang sinkt. Das gilt auch für E -Mails. Leider beherrschen die jungen Leute nicht mehr viel. Bruchstückenhafte Sätze und zweifelhalfte Abkürzungen, wie im SMS - Text, liest man auch in den E - Mails. Rechtschreibung ? Fehl am Platze ..... Was will man erwarten von jungen Leuten, die den Eiffelturm nach Rom verschieben, Barcelona in Rumänien ansiedeln und Honecker als US - Schauspieler identifizieren. Und der Spruch .... ich muss mal kurz was posten, ha - wohin denn ? - passt dazu. Und bei einer Bewerbung die E - Mail Anschrift ** süßegeile Maus23****anzuführen ist das Highlight für jeden Personalchef.
... Ich hätte das gerne für meine Kollegen und Kolleginnen
etwas ausführlicher gehabt.
LG, MfG, ASAP, sowie alle anderen Abkürzungen, deren Anwendung
meines Wissens meist aus der amerikanischen "Unkultur" stammt,
werden von mir seit jeher vermieden, trotz dem ich ein
Zweifinger-Schreiber bin, und daher relativ langsam.
In Einem gebe ich ihnen nicht uneigeschränkt Recht. In Emails in
Englischer Sprache ist es wichtiger, die Sache rüber zu bringen,
als grammatikalisch und rechtschreib-mässig perfekt zu sein.
Schliesslich ist jedem Beteiligtem bekannt, was die Muttersprache des
Anderen ist.
wurden doch gerade erst "gefeiert". Und E-Mail ist ja sogar noch älter. Das WWW ist erst seit 20 Jahren online und wird von vielen irrtümlich mit dem Internet gleich gesetzt. Und manche GMX-Kunden kennen gar kein E-Mail ohne Web...
Ich persönlich falle als Legastheniker erst beim schreiben auf,
das wird sicher macher schon gemerkt haben. Den Menschen gleich wieder
Unhöflichkeit oder was weis ich was zu unterstellen ist aber auch
nicht nett. Ich gebe es ja zu man sollte sollte sorgfälltig mit
geschriebenem und gesprochenem umgehen. Das Geschriebene wird auch noch
sorgfälltig dokumentiert. Glücklicherweise ist die
Speicherung unserer Telefonate nicht(?) üblich.
Ich veruche es mit mehr Achtsamkeit.
Danke für den Hinweis.
kleine Bildungslücke bei Ihnen
ASAP heißt "as soon as possible". Könnten Sie wunderbar mit HUND kombinieren.
Antworten, allen antworten, weiterleiten?
Nachdem sich bei uns durch die überbordende Informationsfülle
(internationaler Konzern, Mehr-sprachigkeit) bei den Mitarbeitern eine
„Ich–Erschöpfung“ als fast schon zwanghafter
Zustand, ständig zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen
entscheiden zu müssen und Dissonanzen in der
Generationen-Kommunikation manifestierten, werden Schulungen im Rahmen
von moderner Arbeitsorganisation und Qualifizierung, E-Mails und
Arbeitsrecht durchgeführt. Entwickelt wurde ein Leitfaden inkl. DIN
5008, Regeln für die Nutzung von Abkürzungen, Information
über (Nicht)Weiterleitungen usw.
Seit dem vollzogenen Anpassungsprozess, in dem Verhältnisse und
Verhalten geändert wurden, hat sich die Überlastung
signifikant gesenkt. Generell hat sich die Kommunikation verbessert, die
Babyboomer haben von der GenY gelernt, die durch ihre Sozialisierung ein
stark abweichendes Kommunikationsverhalten gegenüber früheren
Generationen an den Tag legt – und vice versa.
Täglich werden >220 Milliarden E-Mails verschickt, Tendenz >
40% Steigerung p.a.. 70% der Befragten einer Studie erklärten, ohne
E-Mail nicht leben zu können, 60% meinten, ihre Arbeit wird durch
E-Mail effizienter, 94% beklagen, dass sie pro Tag mind. 1 Std. für
das Beantworten + Löschen aufwenden.
Manager verschwenden 3,5 Jahre ihrer Lebenszeit mit irrelevanten
E–Mails, 81 % von 417 befragten Führungskräften
entfliehen dem hohen Druck der ständigen Erreichbarkeit mit
„Kein Empfang“, „Probleme mit dem Mailserver“
oder „Akku leer“, Wissensarbeiter empfangen + senden >300
E–Mails am Tag.
60% der Büroangestellten empfinden die permanenten Unterbrechungen
als belastend und fühlen sich erschöpft, weil sie das
Gefühl haben, nichts zu Ende gebracht zu haben. Rund 1/3 der
Arbeitszeit geht durch Unterbrechungen verloren, nach jeder
Unterbrechung werden im Durchschnitt zwei andere Aufgaben erledigt, ca.
8 Min. dauert es, bis man wieder „voll da ist“ - d.h.
Produktivitätseinbußen bis zu 28%.
(1) Es ist interessant, wie viele Beitraege der Variante "Email
Benimm" in Dt. Zeitungen und Zeitschriften existieren. Belegt das
nicht, dass Standards eben NICHT etabliert sind?
(2) Email ist flexibel und Kontext-abhaengig. Wieso braucht man eine
Anrede und Grussformel fuer jede Email? Viele Emails sind NCHT Briefe.
Ich benutze Email seit 1984, und nur wenige Emails haben den Status
eines Briefes. Die meisten sind kurze Notizen.
(3) In Kommentaren wird Mangel an Stil mit schlechtem Inhalt und
mangelhaft formulierten Ideen geradezu gleichgesetzt. Dem ist nicht so
in meiner Erfahrung.
(4) Es sind Arbeitgeber oder Kollegen, die Reaktionen im Supermarkt oder
abends auf der Couch erwarten. Wer einen formalen Geschaeftsbrief, wenn
auch elektronisch, aus dem Supermarkt erwartet, sollte sich einen andern
Psychotherapeuten suchen. Wer keine Antworten aus dem Supermarkt
erwartet, sollte in seiner Email sagen, bis wann sich Leute bitte
zurueckmelden sollen.
1984
In der Tat, kein Fipptehler. Damals musste ich das allerdings noch an einem Terminal eines Mainframes machen.
Sie benutzen E-Mail seit 1984?!
wusste gar nicht, dass es sie schon so lange gibt!
Ein köstlicher Artikel mit hintergründigem Humor! Vielleicht kann mir jemand verraten, was das Kürzel "ASAP" am Ende einer Mail oder SMS bedeuten soll? Ein guter Freund erzählte mir, wie begeistert er von einer SMS seiner Frau mit dem Hinweis "HUND" gewesen sei. Das sei keine Anspielung auf das gemeinsame Haustier gewesen, sondern habe bedeutet: "Habe unten nichts drunter." Was lernen wir daraus? Schematisierte Kommunikationsformen müssen nicht zwangsläufig in sprachliche Verflachung münden, sondern können auch reizvolle, doppeldeutige Sinnzusammenhänge hervorbringen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 16:51 UhrASAP
ASAP = as soon as possible
qq = quick question
thx = Thanks
GTL = go to lunch
Kommunikations -Sprachtraining
Nehmen wir das Beispiel: "das Gefühl des
'Zugemülltwerdens'" aus dem Text. Von präzisem
Wortgebrauch kann hier wahrlich keine Rede sein. Ist
"Zugemülltwerden" ein Gefühl? Daran zweifelt wohl
auch die Autorin. Deswegen befleißigt sie sich hier einer
verbreiteten Unsitte: sie setzt ihr Wort einfach in
Anführungszeichen.
Anführungszeichen werden in der deutschen Schriftsprache zur
Kennzeichnung wörtlicher Reden verwendet, von Zitaten und zur
Benennung des Begriffs statt der Sache. Und sonst gar nicht.
Hier jedoch will die Autorin, schriftsprachlich inkorrekt, sagen: Ich
finde keinen passenderen Ausdruck, sucht euch selber einen! Die
Leserinnen und Leser sollen assoziieren, statt lesen und verstehen.
Zudem: "das Gefühl des Zugemülltwerdens" ist
fürchterlicher nominalistischer Stil. Wie wäre es stattdessen
mit: die Erfahrung, zugemüllt zu werden?
Ich waere froh muesste ich mich nur mit schludrigen E-Mails rumschlagen. In meiner Firma haben sich die Leute angewoehnt anstelle von E-Mails den Chat zu benutzen. Ist halt noch bequemer als eine E-Mail, wobei man noch den Chatslang beherrschen muss ("Hey, qq"). Teilweise habe ich bis zu 10 Chatfenster die auf meinem Bildschirm blinken.
Selten so einen Stuss gelesen! Woher bekommt diese "Kommunikationsberaterin" eigentlich ihre Mandate? Hätte ich auch gerne! SMS und E-Mail per Blackberry oder Smartphone sind als solche gekennzeichnet und dienen dazu, knapp, bündig und schnörkellos Informationen zu vermitteln. Auch E-mails dienen hierzu. Ich jedenfalls bekomme Pickel, wenn ich anal-retentive Mails wie "Sehr geehrter Herr xxx, im Nachgang zu unserer gestrigen, im Beisein unseres Geschäftsführers Herr Prof. Dr. Dr. hc Willy Wichtig, geführten Besprechung, serlauben wir uns darauf hinzuweisen..." spätestens jetzt drehe ich durch: Herrgottsack, komm endlich zum Punkt!!!
Flüchtigkeitsfehler auch bei der Zeitung
In den letzten Jahren - seit Beginn der Digitalisierung - fällt mir
immer mehr auf, dass sogar in den gedruckten Medien [Zeitungen und
Bücher] der schludrige Fehlerteufel Einzug hält. Werden die
Texte vor dem Druck nicht mehr aufmerksam redigiert? Auch auf dieser
Seite der FAZ entdecke ich oft Texte mit grammatikalischen Fehlern, so
als ob der Verfasser keine Zeit mehr hatte, alles noch einmal in Ruhe zu prüfen.
.
Ich kann mich erinnern, dass meine Deutschleherin uns in der zweiten
Klase [1972 !!] den Tipp gegeben hatte, wenn wir Fragen in Bezug auf
Rechtschreibung hätten, dann sollten wir bloß in der Zeitung
nachschauen, "da steht alles richtig drin." Dies gilt so nicht mehr.
.
Mir liegt es ferne, Fingerpointing zu betreiben, aber etwas mehr Sorfalt
und auch Liebe im Umgang mit der Schrift wäre nicht schädlich.
"Wer schreibt, der bleibt". Zu empfehlen wäre Wolf
Schneiders Buch "Deutsch für [junge] Profis" - bestimmt
etwas mühsam in der Umsetzung. Aber lohnenswert!!
Ich habe ein Gegenmittel ausprobiert und als probat befunden: Nicht
reagieren! Geschäftlich und privat verkehre ich in drei Sprachen
und kann sagen, dass die SMS-Schlamperei im Französischen noch
schlimmer ist als im Deutschen. Wenn die Leute dann nach einer Weile
nachfragen, ob ich ihre Nachricht erhalten hätte, bzw. warum ich
nicht reagiert hätte, dann sage ich einfach: Erhalten ja, aber
nicht verstanden. Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Absender
eines anderen besinnen.
Das Ganze funktioniert aber nur, wenn der Empfänger selbst in der
Lage ist zu erkennen, was für einen Schrott er da bekommt...
SMS ist nicht gleich E-Mail
Ich finde, dass bei einer SMS durchaus andere Regeln gelten. Die SMS (Short Message Service) ist dazu gedacht, jemandem kurz und knapp etwas mitzuteilen. Insbesondere im französischen und englischen Sprachraum hat es sich daher (zurecht) eingebürgert, bestimmte Buchstaben/Laute für Wortteile bzw. ganze Wörter zu nutzen. Das hat dann überhaupt nichts mit Schlamperei zu tun.
Unklare, schlampige eMails ignoriere ich oder schicke sie zurück mit der Aufforderung, sich eindeutig zu äußern - damit erledigen sich die meisten ganz von selber.
Wenn 90 % einer Geschäftsbeziehung per Mail stattfinden ...
...rechtfertigt dies eigentlich etwas Sorgfalt und Höflichkeit. Man
hustet dem anderen ja beim Businesslunch auch nicht ins Gesicht.
Ich schreibe ausführliche Mails, beziehe mich auf vorherige
Korrespondenz, hebe Wichtiges hervor, ergänze Links zu wichtigen
Sites usw. Gelegentlich frotzelt dann jemand, dass ich „wohl zu
viel Zeit hätte“.
Nein - ich muss wie jeder andere Geld verdienen und bekomme nichts
für schöne Briefe.
Aber ich finde es unglaublich unhöflich, wie maulfaul, ungenau und
schlampig (in Form wie Inhalt) oft auch große Projekte verhandelt
werden. Es ist schon beinahe dummdreist, wenn ich einem Kunden die
Arbeit abnehme, indem ich 2-3 Alternativen durchdenke/-rechne, zwischen
denen er nur noch entscheiden (!) muss, und als Antwort kommt ein
saloppes "So machen wirs! Sent from my iPhone." Lese- und
Schreibkompetenz? Null.
Unmissverständliche und vollständige Mails kosten Zeit. Wer
die nicht aufwendet, signalisiert damit: „Eigentlich sind Sie mir
völlig unwichtig.“
Zwei Artikel in der heutigen Online-Ausgabe
Im obigen Artikel steht: "Seine Gesprächspartner hätten
sich zu dem Vorfall mit keinem Wort bei ihm zurückgemeldet".
Das Verb zurückmelden meint "seine Rückkehr, sein
Zurückgekehrtsein melden". Im Artikel jedoch wird es im Sinne
von "darauf eingehen" verwendet.
Im Artikel über das gestrige Spiel der Schalker Mannschaft:
"Die Schalker waren häufiger am Ball, doch sie drängten
jetzt nicht mehr konsequent auf einen Torerfolg verzichteten, sondern
verwalteten lieber das für sie günstige Ergebnis".
Nicht nur in Geschäfts-E-Mails weicht die Präision mehr und
mehr dem hektischen Geschreibsel.
MfG, G. Bachteler
Es ist meine Angewohnheit, jeden Brief, E-Mail u.s.w. mindestens zweimal zu lesen, bevor ich ihn (sie, es :-)) abschicke. Fast immer finde ich kleine Unsauberkeiten/Fehler, die ich den Empfängern ersparen möchte, wiewohl ich natürlich weiß, daß meinen "Sorgfaltswahn" eher wenige zu würdigen wissen. Das Prinzip, immer sein Bestes zu geben, ist ganz allgemein eine tolle Arbeitsvereinfachung, denke ich. Und wenn man sich an diese persönliche Qualitätsssicherung gewöhnt hat, möchte man gar nicht mehr zurück zum lieblosen, unklaren, mißverständlichen Geschreibsel, das am Ende durch die ggf. erforderlichen Klarstellungen oder fälligen Entschuldigungen mehr Zeit kostet als ein abgesandtes Qualitätsprodukt, welches in der Regel ein richtiger Treffer wird.
da werden Verben weggelassen oder der Artikel überhaupt werden in den Überschriften die Texte total verstümmelt! Wie soll das gut gehen? Die FAZ ist da noch eine rühmliche Ausnahme (meistens)! Ein herzliches Dankeschön dafür!
antwortete eine 18jährige vor ca. 40 Jahren in einer ZEIT-Untersuchung auf die Frage, was sie am liebsten lese...hat sich "was" geändert?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 13:56 UhrVisuelles Denken und visuelle Buchgestaltung
'Da wo mit Bildern ist', ist nicht unbedingt verkehrt. Bleiben wir bei
der FAZ: Über Jahrzehnte wenige schwarz-weiß Fotografien
über die Seiten verteilt, Fotografien, die jedoch oft herausragend
waren. Man erinnere sich an Barbara Klemm. Erst im September 2007
modifizierte die FAZ ihr Erscheinungsbild und lud die Leser bereits auf
der Titelseite mit einer Farbfotografie zur Lektüre ein. Bilder und
Text gehen idealerweise eine Symbiose ein, beziehen sich aufeinander und
ergänzen oder widersprechen sich.
Es gibt Bücher ohne Bilder und es gibt Bücher ohne Text. Bei
'Bilderbüchern' für Kinder, Jugendliche und Erwachsene handelt
es sich nicht um eine Aneinanderreihung von primitiven Piktogrammen,
sondern um hochkomplexe visuelle Erzählmodi. Ich möchte nur
auf den Kinderbuchautor David Wiesner verweisen, der exzellente,
niveauvolle Bücher gestaltet hat.