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Papa macht Pause (6) Expertenrunde in der Krabbelgruppe

22.06.2008 ·  Fußball, Autos, Frauen, aber auch Windeln oder Zahnen: Väter plaudern einfach entspannter. Vielleicht ist es das, was die Mütter sich abschauen können: Es gibt keine Weltmeisterschaft im Kindergroßziehen.

Von Stefan Ruhkamp
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Es geht doch nichts über eine gepflegte Fachsimpelei. Männer können das mühelos auf jedem Gebiet. Fußball, Autos und Frauen zählen zu den Favoriten im Repertoire. Es geht aber auch prima mit Themen wie Zahnen oder Babycreme.

Nils zum Beispiel hat neulich in der Vater-Kind-Krabbelgruppe hervorragend über die Wahl der richtigen Windel referiert. Bierernst schilderte er seine Tests mit den verschiedenen Modellen. Durchgesetzt hat sich die Lidl-Windel, knapp vor der Konkurrenz von Aldi. Wegen der größeren Bequemlichkeit, wenn ich mich recht erinnere. Die weitaus kostspieligeren Pampers und andere Markenwindeln schnitten weniger gut ab. Halten den Hintern nicht trocken genug, behauptet Nils. Das Unterhaltsame an derartigen Gesprächen ist, dass Männer auch die abseitigsten Themen ernsthaft und mit Detailfreude besprechen können. So wird die Krabbelstunde zu einer munteren Plauderei, über Kinder, Beruf, Telefontarife, Gott und die Welt.

Unter Müttern geht es – so höre ich unter anderem von meiner Frau – weniger entspannt zu. Egal, ob bei der gemeinschaftlichen Babymassage oder im Sandkasten: Einziges Thema ist meist das Kind. „Was ich beruflich mache, interessiert hier ja sowieso niemanden“, hat mal eine in einer Vorstellungsrunde gesagt. Was dagegen zählt: Wie war die Schwangerschaft? Wie die Geburt? Was kann der Kleine? Welche Zipperlein hat er? Nicht selten tragen die jungen Mütter untereinander einen Wettbewerb aus, berichtet auch die Krippenerzieherin von ihren Erfahrungen als Mutter unter Müttern. „Ach, deine Kleine spricht noch nicht? Meiner hat gerade gestern das erste Puzzle mit 20 Teilen gelöst und unterhält sich dabei so goldig mit seiner großen Schwester.“

Vielleicht ist das ja etwas, was die Mütter sich von der neuen Vätergeneration abschauen können: Es gibt keine Weltmeisterschaft im Kindergroßziehen. Sie gehen alle ihren Weg, früher oder später. Und mit Eltern, die engagiert und zugleich gelassen sind, fällt es den Kindern vielleicht ein bisschen leichter – und den Erwachsenen erst recht.

Stefan Ruhkamp beschreibt Freud und Leid in acht Wochen Elternzeit

Quelle: F.A.Z.
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