Home
http://www.faz.net/-gyl-73zqr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Frauen und Karriere

Neue Studie Überdurchschnittlich viel Stress

Work-Life-Balance ist offenbar für viele deutsche Unternehmen noch immer ein Fremdwort. Das zeigt eine neue Studie. In Deutschland zählt arbeitsbezogener Stress zu den zehn wichtigsten Gründen für einen Wechsel der Stelle.

© dpa Vergrößern Keine gute Work-Life-Balance: So schätzen noch immer viele Unternehmen in Deutschland die Lage ein.

In deutschen Unternehmen ist es um die Work-Life-Balance der Mitarbeiter schlechter bestellt als im internationalen Durchschnitt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsfirma Towers Watson. Auf der ganzen Welt wurden dafür 1605 Unternehmen befragt, davon 36 aus Deutschland.

Rund 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland gehen der Befragung zufolge davon aus, dass die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter unausgewogen ist. Zudem berichten fast 60 Prozent der Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter häufig unter großem Druck arbeiten. Im internationalen Vergleich haben deutsche Unternehmen außerdem besonders große Schwierigkeiten, Leistungsträger und Nachwuchstalente zu rekrutieren und an das Unternehmen zu binden.

Mitarbeiter wollen vor allem Stress begrenzen

Auf der ganzen Welt gehen immerhin 52 Prozent der Unternehmen davon aus, dass die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter stimmt. In Deutschland liegt dieser Anteil bei gerade einmal 31 Prozent. Unternehmen in Deutschland berichten zudem seltener als Unternehmen aus anderen Ländern, dass ihre Mitarbeiter sie als guten Arbeitgeber weiterempfehlen. Aus Mitarbeitersicht zählt der Studie zufolge die Chance, arbeitsbezogenen Stress zu begrenzen, zu den zehn wichtigsten Gründen für einen Jobwechsel.

Tatsächlich haben 70 Prozent der Unternehmen in Deutschland Schwierigkeiten, ihren Nachwuchstalenten (High Potentials) den Verbleib in der Firma schmackhaft zu machen, aber nur 54 Prozent weltweit. Auch Hochschulabsolventen laufen den deutschen Firmen eher davon als den Unternehmen im Ausland, wie 34 Prozent der Unternehmen in Deutschland, aber nur 20 Prozent weltweit bestätigen.

Mehr zum Thema

Noch schwieriger als sie im Unternehmen zu halten ist es für deutsche Firmen, Leistungsträger, talentierte Nachwuchskräfte und Mitarbeiter mit erfolgskritischen Fähigkeiten überhaupt erst zu rekrutieren. Während auf der ganzen Welt rund 60 Prozent der Unternehmen von diesbezüglichen Engpässen berichten (bei Mitarbeitern mit erfolgskritischen Fähigkeiten: 70 Prozent), sind es in Deutschland rund 80 Prozent der Unternehmen. Engpässe zeigen sich auch bei der Rekrutierung von Hochschulabsolventen: Rund ein Drittel der Unternehmen in Deutschland berichten von Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung von Hochschulabsolventen (weltweit: rund ein Fünftel der Unternehmen).

Deutlich besser schneiden die deutschen Unternehmen bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern für die breite Belegschaft ab: Hier berichten sie deutlich seltener als ihre Wettbewerber im Ausland von Schwierigkeiten.

Quelle: FAZ.net

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Berufseinsteiger Deutsche nicht die einzig Anspruchsvollen

Eine europäische Vergleichsstudie zeigt: Die hohen Ansprüche der Generation Y an den Arbeitgeber sind kein deutsches Luxusphänomen. Unternehmen sollten ihre Wünsche deshalb ernst nehmen. Mehr

28.03.2015, 08:00 Uhr | Beruf-Chance
Stress im Alltag Verein für Entschleunigung hilft zu entspannen

Alltag bedeutet für viele Menschen Stress - der österreichische Verein zur Verzögerung der Zeit will helfen, in einer schnelllebigen Welt wieder mehr Balance zu finden. Der Verein, ein Teil der internationalen Entschleunigungs-Bewegung, hat auch in Deutschland zahlreiche Anhänger. Mehr

30.11.2014, 10:58 Uhr | Gesellschaft
Home Office, Großraumbüro Die großen Büromythen

In der schönen neuen Arbeitswelt stellt sich manche vermeintliche Segnung am Ende als ziemlich heikel heraus. Vier Beispiele, was passieren kann, wenn das Gutgemeinte ein schlechtes Ende nimmt. Mehr Von Ursula Kals und Eva Heidenfelder

01.04.2015, 06:00 Uhr | Beruf-Chance
Streik Amazon-Mitarbeiter fordern Tarifverträge

Beschäftigte des weltweit größten Versandhändlers Amazon haben die Arbeit nieder gelegt. Den Amazon-Leitspruch Work hard, have Fun, make History hatten die Streikenden dafür etwas abgewandelt: Make Tarifvertrag war zusätzlich auf der Verdi-Streikveranstaltung zu lesen. Mehr

31.03.2015, 16:03 Uhr | Wirtschaft
Dax-Unternehmen Betriebsrenten werden immer teurer

Durch den Niedrigzins sind die Kosten für die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter für die börsennotierten Konzerne in nur einem Jahr um ein Viertel teurer geworden. Das geht ans Eigenkapital. Doch es gibt keinen Ausweg. Mehr Von Philipp Krohn, Frankfurt

27.03.2015, 15:15 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 31.10.2012, 06:00 Uhr

Stellensuche
Was
Wo