14.05.2008 · „Coaching ist für mich auch Persönlichkeitsentwicklung“, sagt Michael Munz. „Es gibt selten so intensive Momente wie während des Coachings. Das ist anstrengend, aber extrem hilfreich.“
Es gab Zeiten, in denen sollte Michael Munz Mitarbeiter entlassen. Das war nicht einfach, denn er fühlte sich schlecht dabei. Doch das musste sich der Geschäftsführer von E-Lab, einem Tochterunternehmen des Medienkonzerns Holtzbrinck, erst einmal eingestehen. Sein Coach Brigitte Witzer hat ihm dabei geholfen. "Ich habe gemerkt, dass es falsch ist, zu sagen: Augen zu und durch", sagt Munz. Entscheidungen, die man richtig finde, könnten sich dennoch schlecht anfühlen. Dann müsse man sich diesen Gefühlen stellen. Das hat er beim Coaching gelernt. Bei der Entlassung seiner Mitarbeiter hat das geholfen, sagt er. "Ich konnte ihnen die Entscheidung leichter vermitteln, weil ich mich damit auseinandergesetzt hatte. Ich musste ihnen nichts vorspielen."
Sein Coaching bei Witzer läuft schon seit mehr als acht Jahren. Sie treffen sich zwei- bis dreimal im Jahr. Dann üben sie zum Beispiel den Perspektiv- oder Zeitwechsel, etwa die Frage: Was würde Ihr Vorgesetzter dazu sagen? Wie würden Sie in drei Monaten darauf zurückschauen? Abstand gewinnen ist wichtig, damit "blinde Flecken" zum Vorschein kommen - Verhaltensmuster, die unbewusst immer wiederkehren. "Coaching ist für mich auch Persönlichkeitsentwicklung", sagt Munz. "Es gibt selten so intensive Momente wie während des Coachings. Das ist anstrengend, aber extrem hilfreich."