Die Zusammenlegung von Unternehmen, der Abbau von Hierarchieebenen oder die Verlagerung von Kompetenzen innerhalb eines Teams: Wenn sich im Betrieb etwas verändert, gibt es oft Reibungsverluste. Diese versuchen Manager schon seit langem systematisch abzufedern - durch das so genannte Veränderungsmanagement, im Fachjargon auch gerne „Change Management“ genannt. Wie Chefs, die sich mit diesem Thema befassen müssen, das ominöse „Change Management“ genau angehen sollten, hat nun das Beratungsunternehmen PWC in einer Studie untersucht. Dazu befragte PWC 68 der umsatzstärksten deutschen Unternehmen, darunter 20 der 30 Dax-Konzerne.
Quintessenz der Umfrage ist: Wenn es Veränderungen gibt, sollten diese nach einem systematischen Plan erfolgen und es sollten alle Beteiligten und Betroffenen so früh wie möglich einbezogen werden. „Proaktives Change Management“ heißt so ein Vorgehen im Beraterjargon. „Wenn mögliche Beteiligte und Betroffene in Veränderungsprozessen bereits in der Planungsphase identifiziert und im Verlauf für angestrebte Ziele mobilisiert werden, lassen sich Umstrukturierungen schneller, kostengünstiger und vor allem mit einer deutlich besseren Zielerreichung bewerkstelligen“, sagt der PWC-Partner Till R. Lohmann.
Wie erfolgreich Veränderungen genau funktionieren
In der Studie gaben 83 Prozent der befragten Unternehmen, die einer solchen frühzeitigen Informations- und Beteiligungsstrategie folgten an, dass sie die Mehrzahl der angestrebten Veränderungsziele erreicht hätten. Zum Vergleich: Nur 39 Prozent der Firmen, die kein “Change Management“ zur Begleitung der Veränderungen betrieben, konnten von derartigen Erfolgen berichten. Die Unternehmensberater konnten in ihrer Studie auch einen Zusammenhang zwischen der systematischen Begleitung von Veränderungen im Betrieb und dem Erfolg von Projekten feststellen. Demnach sind knapp drei Viertel (74 Prozent) der Projekte mit Change-Management-Unterstützung erfolgreich.
Die PWC-Berater halten ein Veränderungsmanagement dann für „proaktiv“ und damit für besonders erfolgversprechend, wenn es mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt:
- das Top-Management wird bei absehbaren Veränderungen sofort eingebunden
- das Change-Management-Team verfügt über strategische Kompetenzen
- Veränderungsprozesse folgen verständlichen und nachvollziehbaren Zielen
- Planung und Monitoring der Veränderungsprojekte erfolgen über Kenngrößen, wobei sowohl Wirtschaftlichkeits- als auch Zeitaspekte berücksichtigt werden.
Wenn drei dieser vier Kriterien erfüllt seien, seien Veränderungsprozesse auch kostengünstiger, behaupten die Fachleute - und belegen dies mit ihren Befragungsergebnissen. So entfiel in den befragten Unternehmen mit einem proaktiven Change Management lediglich gut ein Zehntel des Projektaufwands auf Informationsveranstaltungen, Trainings und andere veränderungsbegleitende Maßnahmen, in Unternehmen mit herkömmlichem Change Management lag der Anteil dieser Ausgaben hingegen bei fast einem Viertel.
Bei den Befragten bestand zudem ein deutlicher Zusammenhang zwischen vorhandenem Change Management und der Steigerung der Umsatzrendite in den vergangenen Jahren. Zudem konnten zwei Drittel der Unternehmen mit institutionalisiertem Veränderungsmanagement in diesem Zeitraum ihren Marktanteil erhöhen, während dies nur jedem dritten Unternehmen ohne Change Management gelang.
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