Home
http://www.faz.net/-gym-14qkz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Krisen-Tarifvertrag Personaltausch im Ruhrgebiet

17.12.2009 ·  Die rund 350 Betriebe der Metall- und Elektroindustrie im Ruhrgebiet gehen neue Wege, um die Beschäftigung ihrer Mitarbeiter abzusichern. Ab sofort können sie ihre Fachkräfte untereinander austauschen oder gegenseitig ausleihen.

Von Brigitte Koch
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die rund 350 Betriebe der Metall- und Elektroindustrie im Ruhrgebiet gehen neue Wege, um die Beschäftigung ihrer Mitarbeiter abzusichern. Ab sofort können sie ihre Fachkräfte untereinander austauschen oder gegenseitig ausleihen. Dazu haben jetzt in Essen die fünf Metall-Arbeitgeberverbände der Region und die IG Metall NRW einen entsprechenden Tarifvertrag zur Arbeitnehmerüberlassung abgeschlossen.

Mit diesem „Krisen-Tarifvertrag“ wurde nach eigenen Angaben erstmals ein die verschiedenen Verbandsgebiete übergreifendes Instrument geschaffen, um die negativen Auswirkungen der Konjunkturkrise auf die Beschäftigung im Ruhrgebiet abzumildern.

Von der Krise betroffene Unternehmen helfen sich gegenseitig

Unternehmen, die unterschiedlich stark von der Krise betroffen sind, können sich gegenseitig helfen. Sie erhalten eine sozialverträgliche Alternative zu Kurzarbeit oder Entlassungen. Zudem könnte das Instrument helfen, eventuellen Fachkräftemangel von Unternehmen zu mildern, erklärten die Vertreter der Arbeitgeber und der IG Metall. Bisher gab es solche Abkommen nur auf lokaler Ebene. So wurde für Essen bereits 2004 ein entsprechender Tarifvertrag geschlossen. Mit der Kooperation der fünf Arbeitgeberverbände Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen ist die Basis für den Austausch um rund 70.000 Mitarbeiter erweitert worden.

Nach dem Modell können Unternehmen mit geringer Auslastung künftig Betrieben mit hoher Auslastung zeitweise ihre Arbeitskräfte überlassen. Dabei bleiben die arbeitsvertraglichen Rechte der überlassenen Arbeitnehmer gegenüber ihrem Stammbetrieb unverändert. Finanziell stehen die ausgeliehenen Beschäftigten nicht schlechter da, betonten bei Vertragsabschuss beide Seiten. Die Bezahlung übernimmt nach wie vor der Stammbetrieb.

Beschäftigte, die ein zusätzliches Leistungsentgelt bezogen haben, erhalten dies nach Angaben der Arbeitgeberverbände als durchschnittliche Pauschalzahlung auf der Grundlage der letzten sechs Monate weiter. Finanziert wird der Personalaustausch über vertragliche Vereinbarungen zwischen den kooperierenden Unternehmen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

Jüngste Beiträge