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Karriere und Familie Arbeitgeber fordern mehr Kinderbetreuung

Familienpolitik müsse künftig viel stärker darauf ausgerichtet werden, Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können. Das fordern die deutschen Arbeitgeber in Reaktion auf ein kritisches Gutachten.

© dapd Vergrößern Betreuung in der Kita: Bei weitem nicht allen Eltern, die sich einen Platz für ihr Kind wünschen steht einer zur Verfügung.

Die Arbeitgeber in Deutschland kritisieren die derzeitige Familienförderung als widersprüchlich. „Die heutigen Leistungen sind nicht aufeinander abgestimmt und widersprechen einander zum Teil sogar in der Zielsetzung“, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der F.A.Z. mit.

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Wichtig sei, dass die Familienpolitik „künftig viel stärker darauf ausgerichtet wird, Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können“. Dazu müssten vor allem die Kinderbetreuung und Ganztagsschulangebote ausgebaut werden.

Reaktion auf kritisches Gutachten

Die Arbeitgeber reagieren damit auf einen Bericht des Magazins „Der Spiegel“, der aus kritischen Gutachten von Wissenschaftlern im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zitiert. Demnach führten viele familienpolitische Instrumente wie das Ehegattensplitting, das Kindergeld oder die kostenfreie Krankenversicherung für Ehepartner zu ungewollten Effekten - etwa am Arbeitsmarkt.

Die Wirksamkeit der Familienpolitik bemesse sich aber weder an diesem Ziel noch an einer Steigerung der Geburtenrate, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Sie ist daran zu messen, wie Eltern mit Kindern in diesem Land ihre Vorstellungen verwirklichen können.“ Die Förderung richte sich nach den Bedürfnissen von Familien und nicht nach politischen Zielen, sagte eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums.

Für den Arbeitsmarkt? Oder für die Familien?

„Wir reden nur darüber, was dem Arbeitsmarkt etwas bringt, aber nicht, was dem Kind oder der Familie etwas bringt“, sagte Dorothee Bär (CSU), die familienpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion der F.A.Z.. Ein zentrales Ziel sei die wirtschaftliche Stabilität von Familien. Das Kindergeld sei - anders als von den Gutachtern behauptet - ein effektives Mittel der Armutsprävention: „Denn ohne finanzielle Hilfe ist kein Aufwachsen ohne Entbehrungen möglich.“

Auch das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln kritisiert, dass die Ziele der deutschen Familienpolitik nicht klar definiert und erst recht nicht priorisiert seien. Geschäftsführer Hans-Peter Klös sprach sich dafür aus, das Ehegattensplitting zu einem Familiensplitting weiterzuentwickeln. In diesem Fall würde der finanzielle Vorteil mit der Zahl der Kinder steigen. Im derzeitigen Modell hingegen sei der Anreiz für eine größere Familie weniger ausgeprägt, weil das Ehegattensplitting nicht an Kinder geknüpft ist.

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Quelle: F.A.Z.

 
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