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Jobsuche per Handy Mobil zur neuen Stelle

Bewerber und Unternehmen stellen sich auf die Jobsuche per Handy und Tabletcomputer ein. Karriereseiten in sozialen Netzwerken wie Facebook werden in diesem Zusammenhang wichtiger.

© AFP Vergrößern Auf dem Handy, über Facebook oder gar beides zusammen: So suchen viele junge Menschen eine neue Stelle.

Yannick will bei der Deutschen Bahn Sicherheitsfachkraft werden, Lisa interessiert sich für eine Ausbildung zur Lokführerin, und Jan will am liebsten sein Schülerpraktikum dort absolvieren. Alle drei haben über die Facebook-Karriereseite der Bahn Kontakt mit dem Unternehmen aufgenommen und Fragen gestellt, zum Beispiel, wann der beste Zeitpunkt für eine Bewerbung ist. Das „Karriere-Team“ des Unternehmens hat geantwortet: Vier Vollzeitkräfte kümmern sich um die Fragen von potentiellen Bewerbern. Sie schreiben dort aber auch, wann sich die Bahn auf der nächsten Jobmesse präsentiert, oder erklären Stellenprofile, um zu zeigen, welche Arbeitsplätze es neben Schaffner und Lokführer noch gibt.

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Nicht nur die Bahn pflegt eine Karriereseite im größten sozialen Netzwerk der Welt. Der Autohersteller Daimler postet dort Praktikumsplätze, der Chemiekonzern BASF erklärt, wie Hochschulabsolventen ins Traineeprogramm einsteigen können. Sie alle folgen damit einer Verhaltensänderung der Internetnutzer: Statt vom heimischen Tischcomputer oder Laptop aus greifen sie immer häufiger von mobilen Geräten wie Tabletrechnern und internetfähigen Handys auf Stellenangebote zu. Die Internetnutzung wird mobil - und mit ihr die Jobsuche.

Spezielle Karriere-Apps für Smartphones und Tablets

Einer Erhebung des Bewerbungsmarktforschers Potentialpark zufolge gehören einige deutsche Unternehmen heute schon zu den Vorreitern, was ihre Stellenangebote betrifft: Unter den 30 mobilsten Unternehmen auf der Welt finden sich etwa die Unternehmensberatung Accenture, der Medizintechnikkonzern Fresenius oder der Stahlhersteller Thyssen-Krupp. Mobil ist demnach, wer entweder Internetseiten bietet, die für Mobilgeräte optimiert sind, oder gar spezielle Karriere-Apps für Smartphones und Tablets.

“Mobile Recruiting“ - so lautet das amerikanisierte Schlagwort für solche Angebote. „Für uns ist Mobile Recruiting die Dialog mit und Gewinnung von Mitarbeitern mit der Technik von heute“, sagt Kerstin Wagner, Bereichsleiterin für Personalgewinnung bei der Deutschen Bahn. Die Bahn setzt derzeit allerdings noch ganz auf ihre Karriereseite im stationären Internet und auf Facebook-Kommunikation. Im Laufe dieses Jahres soll das Bewerbungsportal dann aber auch Internetseiten umfassen, die mobile Geräte ohne Informationsverlust anzeigen können.

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Aber auch über die schon aktiven Bewerbungsmöglichkeiten werden heute erste Karrieren in die Wege geleitet. Wagner berichtet beispielsweise von einem jungen Mann, der gerne Mechatroniker werden wollte. „Wir vermitteln solche Interessenten an den richtigen Ansprechpartner in die deutschlandweiten Recruitingteams“, sagt sie. Der eigentliche Bewerbungsprozess finde dann aber nicht mehr in der Öffentlichkeit statt - sondern über die Bewerbungsplattform des Unternehmens.

“Derzeit verstehen viele Menschen unter mobile Recruiting noch das Falsche“, sagt Lars Nuschke von der Personalmarketingagentur TMP. „Technische Hürden stehen einer tatsächlichen Bewerbung per Handy bisher im Weg.“ Wer hat denn schon einen aktuellen Lebenslauf auf dem Mobiltelefon gespeichert? Wo die Reise hingeht, zeigt aber nach Nuschkes Erfahrung Nordamerika. „Dort ist es jetzt schon teilweise möglich, sich mit den Profilen aus beruflichen sozialen Netzwerken wie Linkedin zu bewerben.“ Erst damit könne Personalgewinnung dann auch im Wortsinne wirklich mobil werden.

Alle Unternehmen müssen sich auf mobile Internetnutzung einstellen

Nichtsdestoweniger müssten sich aber zumindest alle Unternehmen auf die mobile Internetnutzung einstellen, sagt Nuschke. Er schätzt, dass in spätestens drei Jahren die 50 größten deutschen Unternehmen mobile Karriereseiten anbieten werden. Die Präsenz in sozialen Netzwerken oder im Kurznachrichtendienst Twitter sei sowieso wichtig - für Unternehmen wie auch für Bewerber.

Nur dürfe es dann nicht so laufen, wie ihm ein Unternehmen einmal schilderte: Gerade hatte dort eine Bewerberin das letzte Vorstellungsgespräch erfolgreich absolviert und den Vertrag zur Unterschrift mit nach Hause genommen. Auf dem Heimweg twitterte sie, dass die Stelle an sich zwar toll sei, aber die Kollegen bei ihrem potentiellen neuen Arbeitgeber doch etwas seltsam seien. Die Stelle bekam die Bewerberin nicht - obwohl sie so mobil war.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 20.02.2013, 06:00 Uhr

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