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Interview „Auch Männer sind willkommen“

28.06.2010 ·  Wer im ärztlichen Schichtdienst arbeitet, ist oft auf betriebliche Kindergärten oder Notfall-Tagesmütter angewiesen. Regine Rapp-Engels, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, über die Vereinbarkeit von Arztberuf und Familie.

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Frau Rapp-Engels, gibt es bald mehr Ärztinnen als Ärzte in den Krankenhäusern?

In den verantwortlichen Gremien dominieren nach wie vor die Männer. Es arbeiten zwar immer mehr Frauen an den Kliniken, aber die 50-Prozent-Marke haben wir noch nicht überschritten.

Werden sich die Krankenhäuser verändern?

Es sind strukturelle Dinge, wie betriebliche Kindergärten oder Notfall-Tagesmütter, die hier gebraucht werden. Es geht darum, jungen Frauen nicht das Gefühl zu geben, dass sie lästig sind, auch wenn sie Kinder haben.

Aber es gibt doch auch viele Ärzte, die Kinder haben. Sind die Männer dann auch lästig?

Der Kulturwandel im Kopf findet nur ganz langsam statt, je mehr Frauen in den Kliniken arbeiten, desto mehr wird sich auch für die Männer ändern. Schwierig ist es für Paare, wenn beide als Ärzte im Schichtdienst arbeiten. Ohne Betreuungsplätze geht das nicht.

Ist die Situation in anderen Ländern denn besser?

In einigen schon. Wir werden das auf dem Weltärztinnenkongress Ende Juli in Münster mit Teilnehmern aus 40 Ländern diskutieren. Männer sind natürlich auch sehr willkommen.

Das Gespräch führte Carola Sonnet

Quelle: F.A.Z.
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