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Veröffentlicht: 08.05.2017, 09:30 Uhr

Management Der neue Vorgesetzte ist vor allem Kommunikator

Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt. Und die Chefs. Warum Hierarchien heute aufgeweicht werden und auch gar nicht mehr unbedingt zielführend sind.

von
© dpa Sabine Bendiek

Das industrielle Internet, die digitale Vernetzung der Produktion und darüber hinaus der gesamten betrieblichen Wertschöpfung hat an Breite und an Geschwindigkeit zugenommen. Das ist das Fazit der Hannover Messe in diesem Jahr. „Ohne Industrie 4.0 wird es kein Wachstum geben“, stellte Bernd Leukert, Vorstand des Softwareunternehmens SAP und Vorsitzender des Lenkungsausschusses der Plattform Industrie 4.0, in Hannover fest. Daher müsse sich jedes Unternehmen damit befassen. Die meisten tun es. Nach einer Befragung des VDE Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik aus Frankfurt gehen sogar 65 Prozent seiner Mitgliedsunternehmen davon aus, die digitale Transformation bis 2025 abgeschlossen zu haben. Allerdings bleibt dabei offen, was „abgeschlossen“ im Einzelnen heißt.

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Zur digitalen Transformation gehört nach Ansicht von Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, neben der Entwicklung neuer, datenbasierter Produkte (Beispiel: vorausschauende Wartung), der neuen Beziehung zwischen Kunde und Lieferant sowie der klassischen Prozessoptimierung im Unternehmen auch die Neugestaltung der Arbeitswelt.

 
Auch mal Fehler zugeben: Wie die #Arbeitswelt4.0 Chefs und Hierarchien verändert.

Die neue Welt des Arbeitens müsse dafür sorgen, dass Wissensarbeiter effizienter zusammenarbeiten als bisher. Es habe sich herausgestellt, dass Hierarchien heute nicht mehr zielführend seien. „Projektteams brauchen heute eine große Lösungskompetenz“, die früher in der Hierarchie angesiedelt war, ist Bendiek überzeugt. Microsoft biete seinen Mitarbeitern ein Höchstmaß ein Freiheit, was den Ort der Arbeit und auch die Arbeitszeit anbelangt. Sie dürfen sich auch spontan entscheiden, ihre Aufgaben von zu Hause aus zu erledigen.

Fehler zugeben können

Um die Mitarbeiter dennoch für Arbeit im Büro zu interessieren, müsse man das Arbeitsumfeld motivierend gestalten. Das habe mit einer attraktiven Büroumgebung zu tun, aber auch viel mit einer anderen Führung. „Digitale Leader haben andere Kompetenzen als frühere Vorgesetzte“, sagt Bendiek. Moderne Führungskräfte können zugeben, dass sie auch einmal im Unrecht sind. Der Vorgesetzte neuen Typs erfährt von seinen Mitarbeitern und gibt permanent Feedback an seine Mitarbeiter. Er beurteilt Kollegen aber nicht nur, sondern er fördert sie, er regt an, er fragt und zeigt sich lernwillig.

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Die gegenseitige Beurteilung spiele eine ganz große Rolle gerade auch für die Zufriedenheit der Beschäftigten. Nur wer sich eingebunden und ernst genommen fühle, bringe sich auch voll ein. Früher habe ein Vorgesetzter Daten aus seiner Abteilung aufgenommen, diese verdichtet und an die höhere Hierarchieebene weitergereicht. Heute müsse der Vorgesetzte vor allem seine Mitarbeiter motivieren, sie betreuen und mit ihnen viel kommunizieren.

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