http://www.faz.net/-gyl-8ejhu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.03.2016, 18:47 Uhr

Industrie 4.0 Keine Angst vor Digitalisierung

Oft wird die Digitalisierung in der Arbeitswelt als Schreckgespenst beschrieben: Alles wird kompliziert und Roboter nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Doch seltsam: So groß ist die Furcht der Beschäftigten gar nicht.

von
© dpa Mehr Netz - aber nicht unbedingt mehr Angst!

Die Digitalisierung der Wirtschaft verändert auch die Arbeitswelt erheblich. Viele Mitarbeiter sehen in dem Vormarsch von Algorithmen und Robotern aber deshalb nicht automatisch eine Bedrohung. Im Gegenteil: Vom technischen Fortschritt erhoffen sich die Beschäftigten verbesserte Arbeitsbedingungen und eine erhöhte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dies geht aus einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft EY hervor, die der F.A.Z. vorliegt. Befragt wurden mehr als 1000 Beschäftigte in den Branchen Automobil, Maschinenbau, Logistik und Finanzen.

 
Ist die #Digitalisierung wirklich so ein Schreckgespenst? Nein, sagen viele Arbeitnehmer.

Sven Astheimer Folgen:

Demnach geht fast jeder Zweite davon aus, dass ihm die digitalen Arbeitsprozesse im jetzigen Beruf zusätzliche Chancen eröffnen werden. Zwei Drittel der Befragten geht ziemlich sicher davon aus, dass die Digitalisierung die Unterschiedlichkeit der Arbeitsinhalte erhöhen wird. Flexiblere Arbeitszeiten scheinen für rund 60 Prozent sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den Branchen groß. Während mehr als 70 Prozent der Beschäftigten der Autobranche auf besseres Zeitmanagement durch Digitalisierung setzen, sind es in Logistik und Maschinenbau je 57 Prozent.

Gibt es große Arbeitsplatzverluste?

Neben diesen allgemeinen Einschätzungen wurden die Teilnehmer auch nach persönlichen Vorteilen durch die Digitaltechnik gefragt. An erster Stelle steht die Verbesserung der Arbeitsergebnisse, gefolgt von einer anspruchsvolleren Tätigkeit.

Oft diskutiert wird die Frage, ob schnellere und ausgeklügeltere Datenverarbeitungssysteme zu Arbeitsplatzverlusten in großem Umfang führen oder sich als Beschäftigungsmotor entpuppen werden. Für den Großteil der Befragten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Grund zur Panik. Fast drei Viertel (71 Prozent) sagen, dass die Digitalisierung für sie kein Grund ist, den jetzigen Arbeitgeber zu wechseln.

Mehr zum Thema

Wenig überraschend stehen jüngere Arbeitnehmer der Digitalisierung positiver gegenüber als ältere. Während zwei Drittel der Unter-Dreißigjährigen finden, dass ihr Arbeitsplatz durch Digitalisierung attraktiver geworden ist, teilt nur etwas mehr als jeder Dritte über fünfzig diese Einschätzung. Führungskräfte stehen dem Thema zudem deutlich aufgeschlossener gegenüber als Fachkräfte.

© DW, Deutsche Welle Industrie 4.0: Wie die Digitalisierung im Stahlwerk Einzug hält

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Till Reuter im Porträt Der Kühle im heißen Kuka-Sommer

Till Reuter würde gerne den Augsburger Roboterhersteller Kuka in aller Ruhe führen. Doch seit das Übernahmeangebot aus China in sein Haus geflatter ist, gerät er in die Mühlen aufgeschreckter Politiker. Mehr Von Rüdiger Köhn

11.06.2016, 11:09 Uhr | Wirtschaft
Berlin Viel Lob für Gauck nach dessen Erklärung

Bundespräsident Joachim Gauck hat erklärt, er wolle im nächsten Jahr aus dem Amt scheiden. Der 76-Jährige kündigte am Montag in Berlin an, er werde sich 2017 aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit zur Wahl stellen. Politiker vieler Parteien zollten dem Bundespräsidenten Lob für seine Amtsführung und Respekt für seine jetzige Entscheidung. Mehr

06.06.2016, 18:22 Uhr | Politik
Dienstleistung Die Zahlungsbereitschaft für Online-Journalismus steigt

Eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom zeigt: Immer mehr Menschen sind bereit für Online-Journalismus zu zahlen. Auch die Onlinerecherche wird sich weiterentwickeln. Mehr Von Carsten Knop

22.06.2016, 21:56 Uhr | Wirtschaft
Peking Merkel fordert mehr Rechtssicherheit für deutsche Firmen in China

Zu Beginn der vierten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen betonte Merkel in Peking, dass der Rechtsstaatsdialog und der Menschenrechtsdialog für sie von großer Bedeutung seien. Zu Beginn des Treffens forderte Merkel bessere Bedingungen für deutsche Firmen in China. Auch das Thema Menschenrechte soll bei dem Treffen angesprochen werden. Mehr

13.06.2016, 13:26 Uhr | Wirtschaft
Gastbeitrag Wir brauchen einen neuen sozialen Kompromiss

Dieser Kulturkampf im digitalen Kapitalismus zieht sich nicht nur durch unsere Gesellschaft, sondern auch durch die globale Ökonomie. Wir müssen darüber reden, was das für uns bedeutet. Mehr Von Andrea Nahles

22.06.2016, 11:14 Uhr | Wirtschaft

Gründen für den Online-Handel Das Lächeln gehört zum Geschäft

Immer mehr Online-Händler bieten Kunden an, Bestellungen noch am selben Tag zu liefern. Das Start-up Liefery aus Frankfurt will davon profitieren - und dafür sorgen, dass sich weniger Menschen über Zustelldienste ärgern. Mehr Von Martin Gropp 2 4