Herrenclubs. In diesen Vereinen versammelt sich, wer wirtschaftlich und politisch etwas zu melden hat. Die Clubs sind Kontaktbörse, Machtzentrum und Kumpelrunde und bislang meist Männern vorbehalten.
Doch langsam erobern Frauen auch diese Bastionen, und Ort ihres nächsten Triumphs könnte Frankfurt sein: Die ehrwürdige Frankfurter Gesellschaft für Handel und Industrie hält im Herbst eine außerordentliche Versammlung ab, um zu entscheiden, ob künftig nicht nur Männer, sondern alle führenden „Persönlichkeiten“ der Stadt Mitglied sein dürfen.
Seit der Gründung 1919 war die einzige weibliche Persönlichkeit im Verein qua Amtes Oberbürgermeisterin Petra Roth. An dem Vereinspräsidenten Jürgen Jeske, früher Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wird die Initiative nicht scheitern, er gilt als großer Befürworter. Viele wichtige Positionen der Stadt sind in Frauenhand, die Vereinsspitze will auf sie nicht verzichten. Man denke an die Chefin der Frankfurter Volksbank, Eva Wunsch-Weber, oder an die neue Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne.
So schlimm wie bei den Rotariern, die 1987 von Amerikas Supreme Court zur Aufnahme von Frauen gezwungen wurden, soll es nicht werden. Viele befreundete Herrenclubs der Frankfurter haben ihren Widerstand auch aufgegeben: Der Industrie-Club Düsseldorf öffnete sich 1977, der Übersee-Club Hamburg schon 1951. Der Club zu Bremen nimmt seit 2000 Frauen auf. Nur Münchens Herrenclub bleibt standhaft und bestreitet sein Programm - Tontaubenschießen, Gänseessen, Opernbesuch – ohne Damen.
Männer sind uninteressiert an solchem Theater
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 17.05.2012, 19:19 Uhr
Na und, sollen sie doch...
Lutz von Peter (LutzBrux)
- 17.05.2012, 16:43 Uhr
Erschreckend.
Werner Franke (FrankeRG)
- 17.05.2012, 16:27 Uhr
