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In guter Gesellschaft Frauen in den Herrenclub!

 ·  Man sollte denken, dass Frauen heutzutage alles dürfen: den Führerschein machen, Panzer fahren, Kanzler werden, allein im Internet surfen – und doch bleiben ihnen manche Orte verschlossen.

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© Fricke, Helmut Der Präsident der Frankfurt Gesellschaft für Handel und Industrie, Jürgen Jeske, möchte bald auch Frauen in den Herrenclub aufnehmen.

Herrenclubs. In diesen Vereinen versammelt sich, wer wirtschaftlich und politisch etwas zu melden hat. Die Clubs sind Kontaktbörse, Machtzentrum und Kumpelrunde und bislang meist Männern vorbehalten.

Doch langsam erobern Frauen auch diese Bastionen, und Ort ihres nächsten Triumphs könnte Frankfurt sein: Die ehrwürdige Frankfurter Gesellschaft für Handel und Industrie hält im Herbst eine außerordentliche Versammlung ab, um zu entscheiden, ob künftig nicht nur Männer, sondern alle führenden „Persönlichkeiten“ der Stadt Mitglied sein dürfen.

Seit der Gründung 1919 war die einzige weibliche Persönlichkeit im Verein qua Amtes Oberbürgermeisterin Petra Roth. An dem Vereinspräsidenten Jürgen Jeske, früher Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wird die Initiative nicht scheitern, er gilt als großer Befürworter. Viele wichtige Positionen der Stadt sind in Frauenhand, die Vereinsspitze will auf sie nicht verzichten. Man denke an die Chefin der Frankfurter Volksbank, Eva Wunsch-Weber, oder an die neue Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne.

So schlimm wie bei den Rotariern, die 1987 von Amerikas Supreme Court zur Aufnahme von Frauen gezwungen wurden, soll es nicht werden. Viele befreundete Herrenclubs der Frankfurter haben ihren Widerstand auch aufgegeben: Der Industrie-Club Düsseldorf öffnete sich 1977, der Übersee-Club Hamburg schon 1951. Der Club zu Bremen nimmt seit 2000 Frauen auf. Nur Münchens Herrenclub bleibt standhaft und bestreitet sein Programm - Tontaubenschießen, Gänseessen, Opernbesuch – ohne Damen.

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Jahrgang 1978, Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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