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Veröffentlicht: 22.06.2013, 08:32 Uhr

Hartz IV Frauen müssen häufiger aufstocken

Im Niedriglohnsektor müssen 1,3 Millionen Menschen ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, besagt nun eine neue Berechnung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

© dapd Wer alleinerziehend ist, hat anscheinend ein größeres Risiko, Hartz-IV-Aufstocker zu werden.

Erwerbstätige Frauen müssen ihr Einkommen deutlich häufiger mit Arbeitslosengeld II aufstocken als Männer. Das zeigen am Freitag veröffentlichte Auswertungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Unter den mehr als 1,3 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland, die Anfang 2012 zusätzlich zu ihrem Gehalt Arbeitslosengeld II bezogen, waren demnach 722.000 Frauen und nur 608.000 Männer.

Infografik / Erwerbsfähige Frauen und Männer im SGB © www.boeckler.de Vergrößern Besonders in Westdeutschland ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen gut erkennbar.

Frauen seien zum einen besonders von der Ausbreitung des Niedriglohnlohnsektors betroffen, sagte die WSI-Forscherin Christina Klenner. „Zum anderen dürften die Zahlen widerspiegeln, dass die meisten Alleinerziehenden weiblich sind.“

Alleinerziehende seien bei gleichem Erwerbseinkommen häufiger als Singles auf Transferleistungen angewiesen, da sie auch Kinder versorgen müssten. Menschen mit Partner wiederum müssten seltener als Alleinlebende aufstocken - auch weil sie sich nach den Hartz-IV-Regeln gegenseitig absichern müssen.

Infografik / Bezug von Arbeitslosengeld © www.boeckler.de Vergrößern Die Alleinerziehenden sind im Nachteil.

Die neu im veröffentlichten Übersichten machen auch deutlich, wie stark der Anteil der Aufstocker an allen Beziehern von Hartz-IV-Leistungen gewachsen ist: Im Januar 2007 hatte rund jede fünfte Leistungsempfängerin einen Job, fünf Jahre später fast jede dritte. Unter den männlichen Hartz-IV-Beziehern nahm der Anteil der Erwerbstätigen im gleichen Zeitraum zwar auch zu, aber weniger stark als bei den Frauen, zeigen die Auswertungen

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Quelle: FAZ.net/DPA

 

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