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Geschäfts-Englisch Je gestelzter, desto besser

10.11.2009 ·  Geschäftliche Unterhaltungen sind reich an Fettnäpfchen - erst recht, wenn sie nicht auf Deutsch, sondern auf Englisch geführt werden. Philip Wells, Fremdsprachenexperte der Carl Duisberg Centren, erklärt, warum Sie im Englischen niemals direkt auf den Punkt kommen sollten.

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Geschäftliche Unterhaltungen sind reich an Fettnäpfchen - erst recht, wenn sie nicht auf Deutsch, sondern auf Englisch geführt werden. Philip Wells, Fremdsprachenexperte der Carl Duisberg Centren, von denen auch unser Englischtest stammt, rät dazu, auf Englisch immer eine Spur umständlicher und höflicher zu formulieren als im Deutschen. So lautet sein Verhaltens- und Sprachknigge:

- Stellen Sie sich mit Vor- und Nachnamen vor, wenn Sie jemanden zum ersten Mal treffen. Vermeiden Sie bei wichtigen Kunden das saloppe „Hi“ oder „Hello“. Sagen Sie stattdessen „Good morning“ oder „Good afternoon“.

- Generell benutzt man innerhalb eines Unternehmens unter Kollegen und auch gegenüber Vorgesetzten den Vornamen. Das ist aber nicht mit dem vertraulichen „Du“ gleichzusetzen. Man bleibt, je nach Rang, trotzdem förmlich. Bei Beziehungen mit Kunden ist ausschlaggebend, wie gut man sich kennt.

- Lehnen Sie niemals ab, wenn Ihnen jemand den Vornamen anbietet. Das mag für Sie ungewöhnlich sein, wenn es sich zum Beispiel um Ihre neue Chefin aus Amerika handelt. Es wäre jedoch sehr unhöflich, wenn Sie sie hartnäckig mit dem Nachnamen ansprächen. Das signalisiert, dass sie an einer guten Arbeitsbeziehung kein Interesse haben. Verwechseln Sie das „Du“ im Geschäftsleben jedoch niemals mit einer kumpelhaften Beziehung.

- Schütteln Sie nicht bei jedem Treffen Ihrem Gegenüber die Hand. Dies ist im angloamerikanischen Raum unüblich.

- Beginnen Sie geschäftliche Besprechungen immer mit ein wenig Small Talk über Familie, Wetter, Anreise oder Sport. Vermeiden Sie heikle und kontroverse Themen wie Religion oder Politik. Sprechen Sie niemals über die Arbeit. Das ist kein Smalltalk.

- Sprechen Sie niemals direkt über Ihren Beruf, wenn Sie jemanden kennen- lernen. Die Frage: „Und was machst du?“ ist im englischsprachigen Raum verpönt. Dahinter steht der Gedanke, dass man Menschen nicht nach ihrem Beruf beurteilen soll.

- Bitten und Ähnliches müssen auf Englisch höflicher formuliert werden als im Deutschen, beispielsweise: „Would you be so kind . . .?“ oder „Would it be possible . . .?“

- Kritik sollte man besser indirekt äußern, zum Beispiel so: „Your idea is very good, however, there might be another way of looking at this . . .“. Übersetzen Sie niemals eins zu eins aus dem Deutschen. Das könnte unhöflich und rüde klingen, da die englische Sprache wesentlich indirekter ist als die deutsche.

- Gute Manieren sind essentiell im Umgang mit internationalen Geschäftspartnern und Kunden. Für Männer gilt: Lassen Sie Damen immer vorgehen, öffnen Sie die Türen. Zeigen Sie allgemein eines guten Benehmens.

- Eine ordentliche Portion Humor ist im Umgang mit angloamerikanischen Gesprächspartnern wichtig.

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