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Frauenkonferenz DLD Weit weg von der Realität

 ·  Auf der Münchner DLD-Konferenz versuchen Managerinnen und Spitzenpolitikerinnen das schiefe Bild von Frauen in den Medien wieder geradezurücken. Doch die Antworten auf viele Fragen bleiben sie schuldig.

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Die fortschreitende Digitalisierung mag ihre Tücken haben. Für Frauen eröffnet sie bisher nie dagewesene Möglichkeiten. Davon zeigte sich Jaleh Bisharat von der Online-Plattform oDesk auf der zweitägigen Münchner Frauenkonferenz Digital Life Design (DLD) überzeugt. Innovative Technologien eröffneten Möglichkeiten für Freiheit, „die wir niemals vorher hatten“, schwärmte sie. Kein starrer Arbeitsplatz, sondern arbeiten von unterwegs. Für Frauen, die Karriere und Familie unter einen Hut bekommen wollen, ist das oft der einzige Ausweg. Viele Unternehmen haben sich inzwischen darauf eingestellt, schließlich gehören Frauen oft zu den gut ausgebildeten Fachkräften, die von den Unternehmen händeringend gesucht werden. Dass die Zukunft der Arbeit langsam, aber stetig von Frauen mitgestaltet wird, das war das dominierende Thema der Konferenz in dem Festzelt der Porzellan Manufaktur Nymphenburg.

Dort gaben sich Unternehmenslenkerinnen und Spitzenpolitikerinnen die Klinke in die Hand. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen befragte unter dem Titel „Germany meets Silicon Valley“ amerikanische Mangerinnen. Wie etwa Jackie Reses, Entwicklungschefin bei Yahoo. Sie betonte, dass sie qualifizierte Frauen schnell wieder zurück in die Büros holen wolle. Das gehe jedoch nur, wenn sich Unternehmen darauf einstellten, dass die meisten Frauen großen Wert darauf legten, wertvolle Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Doch wie genau das funktionieren solle, diese Antwort blieb sie schuldig. Stattdessen schilderte sie in den schillerndsten Farben die Kultur der Innovation und die Strategien, wie Hindernisse beseitigt werden können, um Fortschrift zu ermöglichen. Dies beginne mit eher simplen Methoden wie der Spiele-Nacht am Montag und kostenlosen Snacks, um die Mitarbeiter zu motivieren. Wichtig sei aber auch eine offene Firmenkultur, die keine Fehler vertuscht. Stattdessen müssten sie „gefeiert“ werden, damit aus ihnen gelernt werden könne. „Wichtig ist Transparenz für alle“, sagt Reses. „Jeder soll Ideen einbringen.“

Von der Homeoffice-Idee verabschiedet

Ministerin von der Leyen bedankte sich zwar für die „very inspiring American Speeches“, hakte aber nach: Warum hat sich Yahoo von der einst gefeierten Idee des Homeoffice verabschiedet? Erst im Februar machte der Internetkonzern Schlagzeilen, als die neue Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer ankündigte, die Mitarbeiter wieder von ihren Heimbüros in das Unternehmen zurückzuholen - und mit dieser Rolle rückwärts kräftig Kritik einsteckte. Die dreifache Mutter Reses wich aus und verwies auf die positive Rückmeldung der Mitarbeiter. Schließlich seien die Smalltalks in der Kaffeeküche gut für die Teamarbeit. Das gebe es nur im Unternehmen. Und das Demographieproblem? Jackie Reses lächelte auch das weg: Das Durchschnittsalter bei Yahoo sei 28 Jahre. Wie die richtige Motivation für ältere Mitarbeiter in einer schnelllebigen Branche aussieht, das ist nicht das Thema für die amerikanische Managerin. Die knappe Redezeit war auf ihrer Seite.

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16.07.2013, 17:20 Uhr

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