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Veröffentlicht: 10.10.2014, 05:00 Uhr

Fachkräftemangel Techniker verdienen mehr

Trotz flauer Konjunktur verdienen Fachkräfte in technischen Berufen gutes Geld. Die Industrie sucht dennoch händeringend nach Personal. Ältere Arbeitnehmer sollen die Situation entschärfen. Das aber gefährdet die Rente.

© dpa Ein Meister schaut seinem Lehrling bei einer Schweißnaht über die Schulter. Doch die Industrie braucht noch mehr Nachwuchs.

Arbeitnehmer in naturwissenschaftlich-technischen Berufen haben attraktive Löhne - der Nachwuchs an Bewerbern ist aber noch immer knapp. Das zeigt eine Fachkräftestudie, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für die Arbeitgeberverbände angefertigt hat. Akademiker der betreffenden Fachrichtungen erzielten im Jahr 2012 mit Vollzeitarbeit einen Bruttolohn von durchschnittlich 5000 Euro im Monat, 39 Prozent mehr als im Jahr 2000. Der Vergleichslohn aller Akademiker stieg in dieser Zeit um 27 Prozent auf 4700 Euro. Entsprechende Facharbeiter mit betrieblicher Ausbildung haben den Ergebnissen zufolge sogar noch mehr Vorsprung vor ähnlich qualifizierten Arbeitnehmern anderer Berufe.

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Der Lohnvergleich ist Teil einer Erhebung, mit der das Institut regelmäßig die sogenannte Fachkräftelücke für die technischen Berufe misst. Im August fehlten der Industrie demnach rechnerisch knapp 124.000 dieser Fachkräfte. Trotz flauer Konjunktur hat sich damit die Lage gegenüber Herbst 2013 nicht entspannt. Eine steigende Zahl an Studenten und Hochschulabsolventen der naturwissenschaftlich-technischen Studiengänge hat den Erkenntnissen zufolge zwar die Knappheiten im Bereich der akademischen Berufe leicht entschärft - anders verhält es sich jedoch in den Facharbeiterberufen.

Zur Verblüffung vieler Ökonomen baut die Industrie trotz derzeit schwacher Produktionsentwicklung weiter Arbeitsplätze auf. So zählt nun allein die Metall- und Elektroindustrie mit 3,74 Millionen Beschäftigten 60.000 Beschäftigte mehr als vor einem Jahr und fast 100.000 Beschäftigte mehr als 2008, vor dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise. In den vergangenen Jahren habe ein starker Anstieg der Zahl älterer Beschäftigter den Mangel etwas entschärft, merkte Thomas Sattelberger an, Leiter einer Fachkräfteinitiative der Arbeitgeber. Nun gefährde das aber die neue Rente mit 63.

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