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Donnerstag, 09. Februar 2012
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Fachkräftemangel 230.000 Stellen nur schwer zu besetzen

22.10.2007 ·  Der Fachkräftemangel kommt Deutschland teuer zu stehen. 2006 sind einer Studie zufolge mindestens 18,5 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren gegangen. Viele Unternehmen helfen sich nun selbst.

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Der Mangel an Fachkräften bremst einer Studie zufolge inzwischen das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Weil rund 230.000 Stellen momentan nur verzögert oder gar nicht besetzt werden könnten, gingen der deutschen Wirtschaft rund 18,5 Milliarden Euro verloren, erklärte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Walther Otremba, am Montag unter Berufung auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dies entspreche etwa 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit wirke sei der Fachkräftemangel inzwischen „gesamtwirtschaftlich relevant“ und beginne sich „bremsend auf das weitere Wachstum auszuwirken“, fügte Otremba hinzu.

Das IW teilte mit, das im Jahr 2006 drei von zehn Unternehmen, die hochqualifizierte Fachkräfte beschäftigen, nicht genug kluge Köpfe gefunden hätten. Am meisten betroffen sein Betriebe, die Forschungs- und Dienstleistungsaufträge für die klassischen Industriebranchen erfüllten. Auf das gesamte Jahr gerechnet hätten mehr als 165.000 Stellen nicht und knapp 65.000 Stellen erst verzögert besetzt werden können. Es habe vor allem an Ingenieuren, Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und ausgebildeten Technikern gefehlt - mehr als vier Fünftel aller nicht besetzbaren Jobs seien auf diese Qualifikationen entfallen. Kultur-, Kunst- und Sprachwissenschaftler, Juristen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler und andere Akademiker hätten es leichter gehabt, eine Arbeit zu finden.

Mehr MINT!

Staatssekretär Otremba folgert, es gebe keinen generellen Mangel an Hochqualifizierten. In Deutschland fehlten aber Akademiker mit Qualifikationen in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Betroffen seien vor allem die Bereiche, die für die deutsche Wirtschaft besonders wichtig seien, etwa der Maschinenbau, die Metall- und Elektroindustrie sowie der Fahrzeugbau und die Pharma-Industrie.

Es zeige sich immer deutlicher, dass es sich bei dem Fachkräftemangel um eine „strukturelles Problem“ handle. Dieses werde sich voraussichtlich bei weiterer Alterung der Gesellschaft verschärfen. Schon heute stünden rund 970.000 Schulabgängern nur rund 800.000 Erstklässler gegenüber. Künftig werde mit einem verschärften Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter zu rechnen sein.

Nach Angaben des IW helfe sich nahezu die Hälfte der Unternehmen, die Hochqualifizierte suchen, nun selbst, indem sie in die Weiterbildung ihrer vorhandenen Belegschaft investiere. Nur ein geringer Teil der Firmen denke daran, die betroffenen Abteilungen ins Ausland zu verlegen.

Der Verband der Computer- und Telekombranche (Bitkom) teilte am Montag mit, dass 62 Prozent seiner Mitgliedsunternehmen darunter litten, keine ausreichend ausgebildeten Fachkräfte mehr zu finden. Der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer (BLBS) machte die Unternehmen für das Problem mitverantwortlich. Der Mangel an Fachkräften sei auch darauf zurückzuführen, dass „jahrelang nicht oder viel zu wenig ausgebildet wurde, die Wirtschaft zu wenig Lehrstellen zur Verfügung gestellt hat“, erklärte der BLBS-Vorsitzende Berthold Gehlert.

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