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Die Frau im Vorstand Allein unter Männern

15.02.2007 ·  Von den 533 Vorstandssitzen in den 100 umsatzstärksten deutschen Unternehmen wird nur einer von einer Frau eingenommen. Es ist Margret Suckale, Arbeitsdirektorin bei der Deutschen Bahn.

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Von den 533 Vorstandssitzen in den 100 umsatzstärksten deutschen Unternehmen wird nur einer von einer Frau eingenommen. Es ist Margret Suckale. Die Juristin ist seit 2005 im Vorstand der Deutschen Bahn AG als Arbeitsdirektorin für Personal verantwortlich. Die Zahlen hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für seinen jüngsten Wochenbericht recherchiert.

Werden auch Aufsichts- und Verwaltungsräte der 100 größten Unternehmen einbezogen, verändert sich das Bild nur wenig zugunsten der Frauen. Statt auf einen Anteil von 0,2 Prozent (wie bei den Vorständen der Top 100) kommen sie dann auf 8,5 Prozent.

Frauenlos: Daimler-Chrysler, Thyssen-Krupp, Audi

Allerdings wurden die meisten Frauen (70,5 Prozent) über die Mitarbeitervertretung in das Kontrollgremium entsandt. Rechnet man diese Gruppe heraus, dann wären nicht wie jetzt 22, sondern ganze 59 der 100 größten Unternehmen ohne Frau im Aufsichtsgremium. Schon heute frauenlos sind nach der DIW-Studie die Aufsichtsräte von Daimler-Chrysler, Thyssen-Krupp und Audi. Nur in zwei Fällen säßen Frauen dem Aufsichtsgremium vor, dann seien sie aber auch Kapitaleignerinnen: Maria-Elisabeth Schaeffler von dem Automobilzulieferer INA Schaeffler und Bettina Würth von dem gleichnamigen Weltmarktführer für Schrauben.

Erweitere man die Betrachtung auf die 200 größten Unternehmen, heißt es in der Studie, so verändere sich das Bild nur wenig. Dann bekleideten immerhin elf Frauen (1 Prozent) Vorstandsposten, bei den Aufsichtsräten läge die Quote sogar unter acht Prozent. Die Ergebnisse zeigten, "dass das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter in Spitzenpositionen größerer Unternehmen in Deutschland nach wie vor in weiter Ferne liegt", stellt das DIW fest.

Am unteren Ende in Europa

Auch im europäischen Vergleich schneide Deutschland bezogen auf den Frauenanteil in Führungspositionen allenfalls durchschnittlich ab. Beim Anteil von Frauen in den breiter definierten Managementpositionen stehe Deutschland nach Angaben der Europäischen Kommission mit rund einem Viertel am unteren Ende der Länderrangfolge. Selbst Länder mit relativ geringer Erwerbsbeteiligung der Frauen wie Spanien und Italien wiesen mit jeweils knapp einem Drittel deutlich höhere Frauenanteile als Deutschland auf, stellt das DIW fest.

Quelle: ami., F.A.Z., 15.02.2007, Nr. 39 / Seite 16
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