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Die Allergie-Experten Wenn die Abwehrkräfte verrückt spielen

20.10.2009 ·  Allergien breiten sich rund um die Welt rasend schnell aus, die Kosten sind immens. Diese Experten arbeiten auf den unterschiedlichsten Gebieten daran, das Leben der Betroffenen zu erleichtern.

Von Sven Astheimer
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Die Welt von morgen niest, hustet und hat fürchterlich juckende Quaddeln auf der Haut. Denn Allergien sind rund um den Globus auf dem Vormarsch. Während die Medizin etwa auf dem Gebiet der Tumorbekämpfung erhebliche Fortschritte vorweisen kann, verzeichnen Heuschnupfen, Nesselsucht und Co. in den Industrieländern seit Jahren zweistellige Zuwachsraten. Und in Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien fängt diese Entwicklung gerade erst an. Schätzungen zufolge leidet heute schon jeder dritte Mensch an einer Allergie. Und Wissenschaftler gehen davon aus, dass im Jahr 2020 jedes neugeborene Kind in Deutschland eine solche Krankheit entwickeln wird.

Die Folgen sind dramatisch: Eine Untersuchung in England hat gezeigt, dass Kinder mit Allergien während der akuten Phase in der Schule um zwei Noten abrutschten. Allein in den Vereinigten Staaten fehlen Schätzungen zufolge jährlich 73 Millionen Arbeitstage, weil Allergiker krankheitsbedingt zu Hause bleiben. Für Europa beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden auf rund 100 Milliarden Euro im Jahr.

20 Minuten im Kuhstall härten ab

"Das ist eine wirkliche Zivilisationskrankheit", sagt Professor Marcus Maurer, Direktor an der Klinik für Allergologie der Berliner Charité. Was die Ursachen für die rasende Verbreitung betrifft, greift Maurer auf die unter Wissenschaftlern gängige Hygienethese zurück: "Unser Immunsystem spielt immer häufiger verrückt, weil wir zu sauber leben." Mit anderen Worten: In Ermangelung "echter" Gegner bekämpft unsere unausgelastete Körperabwehr eben Pollen oder Eiweiße. Eine Münchner Studie hat gezeigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof leben, mindestens 20 Minuten am Tag im Kuhstall verbringen und nicht pasteurisierte Milch trinken, deutlich weniger mit Allergien zu tun haben als gleichaltrige Stadtkinder.

Noch werden laut Maurer Allergien häufig bagatellisiert nach dem Motto "Ist doch nur ein Heuschnupfen" oder von Ärzten aufgrund mangelhafter Kenntnisse zu spät erkannt. Doch zunehmend bilden sich medizinische Fachzentren heraus und stellen sich Unternehmen auf spezielle Produkte für diese Zielgruppe ein. Wir stellen die Menschen vor, die mit ihrer Arbeit das Leben für Allergiker ein gutes Stück leichter machen.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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