27.02.2008 · Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann wollte ich studieren und vorher noch meine Englisch-Kenntnisse aufbessern. Doch kaum in Sydney, fing das Chaos an. Ich war schlecht beraten - und habe es trotzdem gepackt.
Nachdem ich meine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Münsterland-Ost abgeschlossen hatte, stand für mich fest, dass ich zusätzlich noch studieren möchte – wahrscheinlich internationales Management. Zunächst aber wollte ich im englischsprachigen Ausland meine Sprachkenntnisse verbessern. Deshalb habe ich mich von einer Gesellschaft beraten lassen, die mir auch bei der Suche eines Sprachkurses, eines Praktikums und einer Unterkunft helfen wollte. Innerhalb weniger Wochen schien alles von der Organisation geplant und schriftlich bestätigt. Ende Juni 2007 bin ich nach Sydney geflogen. Eine Mitarbeiterin hat mich dort am Flughafen freundlich begrüßt und zur Gastfamilie gebracht.
Und dann fing das Chaos an. Denn das Unternehmen hat sich meiner Meinung nach nicht an unsere vertraglichen Vereinbarungen gehalten. Die Unterkunft war miserabel, außerdem lag sie weit weg vom Zentrum. Der Sprachkurs bewegte sich auf Anfänger-Niveau, Business-Englisch ist es jedenfalls nicht. Und das Praktikum ist nicht in einer Bank, sondern in der Buchhaltungsabteilung der Schule. Die anderen Mitarbeiter sind indischer Herkunft, was die Verständigung schwierig macht. Zwei Wochen habe ich mit der Organisation verhandelt, dann den Vertrag mit anwaltlicher Hilfe aufgelöst. So bekam ich fast den gesamten Betrag – ich hatte rund 10.000 Euro gezahlt – für Sprachkurs, Praktikum und Unterkunft zurückerstattet.
Schnell fand ich auf eigene Faust eine neue Wohnung, auch eine Stelle habe ich gefunden, als Buchhalter in einer Kanzlei. Durch die vielen Kontakte der Anwälte habe ich nach weiteren acht Wochen eine neue Stelle als Verwaltungsassist in einer Organisation bekommen, die Behinderte und Benachteiligte fördert und „On the Job Training“ organisiert. Nebenbei gebe ich in einer Tennisschule bis zu 20 Stunden Unterricht in der Woche. So reicht der Verdienst locker für Miete und Lebenshaltungskosten, ich kann sogar noch Geld zum Reisen in den letzten beiden Monaten vor meiner Rückkehr sparen. Gerade die Schwierigkeiten am Anfang haben mich selbständiger gemacht und mir viel Lebenserfahrung gebracht. Jetzt blicke ich sogar mit ein wenig Stolz auf meine Zeit „down under“ zurück.