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Bundesinstitut für Berufsbildung Zu wenig Ausbildungsplätze für Jugendliche

16.06.2009 ·  Das Angebot an vollqualifizierenden Ausbildungsstellen bleibt nach wie vor weit hinter der Nachfrage zurück. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Anderslautende BA-Zahlen gingen auf mangelde Transparenz der Statistiken zurück, schreiben die Studienautoren.

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Das Angebot an vollqualifizierenden Berufsausbildungsstellen im sogenannten dualen Berufsbildungssystem bleibt nach wie vor weit hinter der tatsächlichen Nachfrage zurück. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von Elisabeth Krekel und Joachim Ulrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben wurde. Demnach bewegt sich die Quote der Ungelernten in der Gruppe der Zwanzig- bis Neunundzwanzigjährigen seit Jahren konstant zwischen 14 und 16 Prozent. Gegenwärtig sind das etwa eineinhalb Millionen junge Erwachsene.

Dass die Bundesagentur für Arbeit im Oktober 2008 dennoch verkünden konnte, das Angebot an Ausbildungsplätzen übersteige erstmals seit 2001 wieder die Ausbildungsplatznachfrage, liegt nach Einschätzung der Autoren an der mangelnden Transparenz der entsprechenden statistischen Erhebung. „Die bisherige Ausbildungsmarktbilanzierung suggeriert selbst in Zeiten eines größeren Ausbildungsplatzmangels weitgehend ausgeglichene Angebots-Nachfrage-Relationen und damit einen ausreichenden Versorgungsgrad.“

Die Bilanz werde nämlich erst dann, Ende September, gezogen, wenn die meisten erfolglosen Bewerber schon in das sogenannte Übergangssystem - berufsvorbereitende Maßnahmen, Einstiegsqualifizierung, schulisches Berufsvorbereitungsjahr oder Besuch einer teilqualifizierenden Berufsfachschule - oder in „sonstige Alternativen eingemündet“ seien und deshalb als „versorgt“ gewertet würden.

Autoren warnen vor „Fehlsteuerung des Bildungsströme“

Außerdem erhielten bei der Bundesagentur für Arbeit nicht alle, die an einer vollqualifizierenden Ausbildungsstelle interessiert seien, den Status eines Ausbildungsstellenbewerbers. Das gelte nur für diejenigen, die sich bei der Bundesagentur gemeldet hätten und als „geeignet“ für die Aufnahme einer Berufsausbildung eingestuft worden seien. Durch die „massiv steigende“ Zahl derer, die nach der Studie mit dem Titel „Jugendliche ohne Berufsabschluss. Handlungsempfehlungen für die berufliche Bildung“ im Übergangssystem untergebracht wurden, ist ein „Stau“ beim Übergang in eine vollqualifizierende Berufsausbildung entstanden. Als Folge daraus stieg das durchschnittliche Einstiegsalter auf 19,3 Jahre.

Die Autoren der Studie warnen vor einer „Fehlsteuerung der Bildungsströme“ und empfehlen etwa die Einrichtung eines Mentorensystems für ausbildungssuchende Jugendliche sowie ein „regionales Übergangsmanagement“ für die Planung der kommunalen Bildungsangebote. Als beispielhaft wird das Vorgehen Iserlohns angeführt. Die Stadt schließt Verträge mit den Hauptschülern ab, die ihnen einerseits den Zugang zu einer vollqualifizierenden Berufsausbildungstelle, weiterführenden Schule oder Arbeit garantieren, andererseits die Jugendlichen dazu verpflichten, nicht die Schule zu schwänzen, keine Drogen zu nehmen und an Veranstaltungen zur Berufsorientierung teilzunehmen.

Die Wirtschaftskrise kann nach Ansicht der Autoren die Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt verschärfen. Mittelfristig werde jedoch die demographische Entwicklung das Verhältnis von Angebot und Nachfrage umkehren. Umso mehr Handlungsbedarf sehen die Autoren jedoch: Wenn es nicht bald gelinge, den Anteil der Jugendlichen mit einer vollqualifizierenden Berufsausbildung zu erhöhen, sei künftig ein Mangel an Fachkräften programmiert.

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