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„Bring your own device“ Betriebsgeheimnis auf dem Smartphone

Viele Mitarbeiter nutzen private Technik für die Arbeit. „Bring your own device“ nennt man das Phänomen im Fachjargon. Die Unternehmen stellt das vor ein Dilemma: Lifestyle contra Sicherheit.

© Cyprian Koscielniak

Seit geraumer Zeit spukt ein technisches Schreckgespenst durch die IT-Abteilungen vieler Unternehmen. „Bring your own device“, kurz BYOD. Oder mit anderen Worten: die dienstliche Nutzung privater Technik durch Angestellte und Mitarbeiter. Das gilt zwar als praktisch, preiswert und zeitgemäß. Doch es hat auch einen Haken: Die Sicherheit der firmeneigenen Datensysteme steht auf dem Spiel. Nach einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom verzichtet fast die Hälfte aller Unternehmen auf Sicherheitsregeln für Mobilgeräte. „Wir empfehlen den Unternehmen dringend, wirksame Regeln für Sicherheitsfragen einzuführen“, erklärte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom.

Stephan Finsterbusch Folgen:

Das ist auch notwendig: Denn kaum noch ein Büro, in dem die Beschäftigten nicht über die Bildschirme und Tastaturen ihrer privaten Smartphones, Tablet- oder Laptopcomputer streichen, um innerbetriebliche E-Mails zu beantworten, um Excel-Tabellen zu erstellen oder um einen Geschäftsbrief zu schreiben. Denn private IT-Geräte sind oft leistungsfähiger als die, die in der Firma stehen. Wurde die technische Entwicklung in der IT-Industrie einst von schrankwandgroßen Zentralrechnern und vernetzten Personalcomputern (PC) gesteuert, so wird sie seit dem Aufkommen von internetfähigen Mobiltelefonen (Smartphones) und Tabletcomputern vor zehn Jahren von den Wünschen und Möglichkeiten einfacher Konsumenten vorangetrieben. Im Neudeutsch heißt das: „Die Consumerization der IT“. In der Arbeitswelt äußert sich das durch „Bring your own device“.

Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verwischen

Diese sogenannte BYOD-Bewegung bringt die neueste Technik zum Einsatz, lässt aber auch die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verwischen. Das Internet verbindet. Denn jeder ist zu jeder Zeit an jedem Ort erreichbar. Dabei hat die Flut an kleinen tragbaren Hochleistungscomputern noch gar nicht ihren Höhepunkt erreicht. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Bitkom in Deutschland mehr als 4,4 Millionen Tabletcomputer und fast 22 Millionen Smartphones verkauft, doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: Einer Erhebung des kalifornischen Netzwerkspezialisten Cisco zufolge hat heute jeder Beschäftigte in Deutschland im Durchschnitt 1,8 Computergeräte im Einsatz; in zwei Jahren sollen es 2,2 Geräte sein. Zwei Drittel der von Cisco befragten 5000 IT-Manager bewerten die BYOD-Bewegung als positiv. Viele Firmenchefs erhoffen sich Produktivitätsgewinne und - zumindest langfristig - Einsparpotential, weil die Beschäftigten mit den eigenen Geräten besser umgehen können als mit denen, die ihnen der Arbeitgeber bereitstellt.

Doch jede Medaille hat zwei Seiten: Dem Plus steht das Minus mangelnder Datensicherheit gegenüber. Etwa wenn Beschäftigte ihre privaten Mobilgeräte ins hausinterne Firmennetzwerk einloggen wollen und auf diese Weise, bewusst oder versehentlich, virenbehaftete Daten einschleusen, im Extremfall gar Sabotage- oder Spionagesoftware. Alles nur Panikmache? Kaum! Denn was geschieht, wenn private Geräte mit sensiblen Unternehmensdaten verlorengehen oder gestohlen werden? Wer haftet, wenn Kunden- oder Mitarbeiterdaten in die falschen Hände geraten? Und wie steht es um Datenschutz und Privatsphäre, wenn Geräte in zwei Welten eingesetzt werden?

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„Wir haben heute über 20.000 iPads im Einsatz, Tendenz steigend“, sagt Oliver Bussmann, Chief Information Officer (CIO) von Europas größtem Softwarehaus SAP. Der IT-Konzern IBM beschäftigt fast eine halbe Million Mitarbeiter in aller Welt. 80 000 Angestellte nutzen auch während der Arbeit ihre eigenen privaten Smartphones und Computer. Jeanette Horan, CIO von IBM, erklärte in einem Interview, der Konzern habe schon vor Jahren eine „mobile Belegschaft“ aufgebaut. Ausgangspunkt waren die ersten sogenannten E-Mail-Trackers der Marke Blackberry. Die waren kaum größer als ein Handy und kamen 1999 auf den Markt. Vier Jahre später war die Funktionalität erhöht und der Typenname Smartphone geprägt.

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