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Birgit Hoß, Tagesmutter „Je jünger, desto besser“

31.08.2009 ·  Birgit Hoß ist Tagesmutter in Hattersheim in der Nähe von Frankfurt. Sie hat schon viele Kinder berufstätiger Mütter betreut. Ihr Credo: Je älter die Kinder sind, die in ihre Obhut gegeben werden, desto schwieriger wird es.

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Birgit Hoß ist Tagesmutter in Hattersheim in der Nähe von Frankfurt. Sie hat schon viele Kinder berufstätiger Mütter betreut. Ihr Credo: Je älter die Kinder sind, die in ihre Obhut gegeben werden, desto schwieriger wird es.

Frau Hoß, es ist 22.15 Uhr. Wo kommen Sie gerade her?

Von einer Fortbildung, die müssen wir regelmäßig machen und beim Jugendamt nachweisen. 20 bis 25 Stunden im Jahr. Das geht nur abends, tagsüber sind ja die Kinder da.

Wie lange sind Sie schon als Tagesmutter tätig?

14 Jahre.

Und wie viele Kinder betreuen Sie?

Ich habe drei eigene Kinder, die schon älter sind und inzwischen auch als Babysitter „gebucht“ werden. Aufgrund meiner Qualifikation darf ich hier fünf Kinder betreuen. Meistens habe ich drei bis vier.

Wie alt war das jüngste Kind, das Sie je hatten?

Das war vor zehn Jahren ein Mädchen mit 4 Monaten. Zu ihr habe ich immer noch Kontakt, ein aufgewecktes Mädchen mit prima Schulnoten. Das kann also keine falsche Entscheidung gewesen sein. Üblich sind heute acht bis zwölf Monate. Ich halte sechs Monate für ideal, da finden sich die Kinder hier optimal ein. Oft kommen später noch die Geschwister hinzu, das ist dann besonders schön.

Beobachten Sie in diesem jungen Alter keine Entfremdung von den Eltern?

Überhaupt nicht. Es ist am besten, wenn die Kinder früh zu uns kommen. Die Kleinen wachsen hier mit auf, integrieren sich optimal und nehmen uns als zweite Familie wahr. Je älter die Kinder werden, desto schwieriger wird es. Eltern werden auch Probleme haben, eine professionelle Tagesmutter zu finden, wenn das Kind schon eineinhalb oder zwei Jahre alt ist - eben weil die sich dann schwierig integrieren.

Haben Sie schon einmal von Ihren ehemaligen Gastkindern gehört, dass sie sich über den frühen Berufsstart ihrer Mutter und die Fremdbetreuung beschwert haben?

Nein, das habe ich noch nie. Im Gegenteil, da haben sich richtige Freundschaften zu den Eltern und auch zu den mittlerweile Jugendlichen entwickelt. Viele kommen hier immer noch mal zu Besuch.

Das Gespräch führte Holger Appel.

Quelle: F.A.Z.
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