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Bildungscontrolling Die Kosten der Gruppendynamik

08.12.2008 ·  Profitiert ein berufliches Team vom gemeinsamen Besuch im Hochseilgarten, wo sich Meyer auf Müller sicher verlassen muss? Und wie wirken die Erlebnisse im Büroalltag? Eine wissenschaftliche Umfrage soll helfen, nette Events von effektiven Trainings zu unterscheiden.

Von Thomas Reinhold
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Weiterbildung der Mitarbeiter ist betriebswirtschaftlich sinnvoll. Das gilt dann als unstreitig, wenn es um fachliche Inhalte oder konkrete Fertigkeiten geht. Doch nicht jedes Angebot auf dem Milliardenmarkt ist aus Sicht eines Unternehmens auch effektiv und lohnenswert, gerade wenn es um das Training weicher Faktoren geht - Konfliktverhalten, Kommunikations- oder Teamfähigkeiten (lesen Sie dazu auch die Buchrezension Der große Trainingsschwindel).

Wenn Sie je an einer solchen Weiterbildung teilgenommen haben, dann sind Sie der Wunschkandidat des Instituts für angewandetes Wissen e.V. in Köln (IAW). Dessen Umfrage im Internet soll helfen, nette Events von effektiven Trainings zu unterscheiden. In 20 Fragen soll geklärt werden, was Sie erlebt haben, was damit ursprünglich erreicht werden sollte und ob es Ihnen spürbar genutzt hat. Ziel der Befragung sei es, Ansatzpunkte für Veränderungen zu finden und Erkennungsmerkmale unsinniger Angebote auszumachen.

Was wird aus den Erfahrungen im Büroalltag?

In der Regel solle dem Mitarbeiter nicht nur Wissen vermittelt werden. Das Ziel seien oft Verhaltensänderungen oder der Wandel von Einstellungen und Werten. Nach Angaben des Instituts beruhen jedoch „die Grundannahmen von gruppendynamischen Aktivitäten auf Erkenntnissen, die in den 30er Jahren an 12-jährigen Jungen in Laborsituationen gewonnen wurden“. Die Wirkung entsprechender Trainings im Unternehmensbereich sei nicht nachgewiesen. Die persönliche Einschätzung von Mitarbeitern und Personalverantwortlichen stütze den Befund, der oft laute: Der Alltag sieht kurze Zeit später genauso aus, wie vor der Maßnahme (lesen Sie dazu auch Controller contra Personaler: Bildung besser bewerten).

Das IAW-Köln und die Fachhochschule Köln interessiert es deshalb, ob Erfahrungen in außergewöhnlichen Situationen - Meyer und Müller halten gemeinsam für Lehmann das Sprungtuch im Hochseilgarten - tatsächlich den Arbeitsalltag mit seinen eingespielten Verhaltensweisen grundlegend verändern können. Oder in die Sprache des Personalmanagements übertragen: Ob die ausgewiesenen Ziele solcher Maßnahmen tatsächlich erreicht werden. Dazu zählen größere Teameffizienz, bessere Zusammenarbeit und Kommunikation sowie in Folge davon mehr Produktivität, Erfolg und größere Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Die Befragung endet am 31. Dezember. Erste Ergebnisse sollen im Januar 2009 auf der Homepage des Instituts veröffentlicht werden.

Wenn Sie sich beteiligen wollen:

Zur Online-Umfrage über die Wirksamkeit von Trainings in der Personalentwicklung

Quelle: tor. / F.A.Z.
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