14.07.2009 · Die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer drohen in der Krise schlechter zu werden. Das scheint sich schon jetzt in den Zahlen niederzuschlagen. Doch das stimmt nicht ganz: Ein statistischer Effekt ist der Grund.
Die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer, die sich auch dank staatlicher Programme in den vergangenen Jahren erheblich verbessert haben, drohen in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise wieder geringer zu werden. Die Zahl derjenigen, die bis zum Rentenbeginn von 65 Jahren eine Vollzeitstelle haben, könnte wieder sinken. Im September 2008, kurz vor Ausbruch der jetzigen Krise, arbeitete noch jeder Fünfte aus der Altersgruppe 60 bis 65. Das war eine erhebliche Zunahme gegenüber 2004, als in dieser Altersgruppe nur jeder Siebte im Berufsleben stand.
Eine Sprecherin des Arbeitsministeriums sagte am Montag in Berlin, die Arbeitslosenquote der über Fünfzigjährigen habe in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen und betrage gegenwärtig 9,3 Prozent. Sie widersprach jedoch Berichten, wonach die Krise die Älteren härter treffe als die Jüngeren.
Verdoppelung der Arbeitslosen über 58 ist statistischer Effekt
Wenn die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zwischen März 2008 und März 2009 eine Verdoppelung der Arbeitslosen über 58 Jahre ausweise, so spiele dabei das Auslaufen der sogenannten 58er Regelung eine wichtige Rolle. Bis Ende 2007 konnten Arbeitslose in dieser Altersgruppe in eine Art Vorruhestand treten, wurden also von der Statistik der Bundesagentur nicht mehr erfasst. Nun werden sie jedoch als arbeitslos gezählt.
Dass Arbeitnehmer von Mitte 50 an derzeit den Job nicht häufiger verlieren als Jüngere, belegt das Arbeitsministerium mit der Arbeitslosigkeit der Gruppe zwischen 55 und 57 Jahren. Diese lag im Mai 2009 um 15 Prozent unter jener von Mai 2008. Die Beschäftigungsquote der Älteren ist im Osten höher als im Westen des Landes.