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Beruf und Familie Deutsche Frauen ziehen sich häufiger zurück

06.06.2007 ·  Deutsche Frauen entscheiden sich nach der Geburt ihres Kindes drastischer als Schwedinnen, Französinnen und Italienerinnen für die Reduzierung ihrer Arbeitszeit. Berliner Sozialwissenschaftler nennen die Ursachen.

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Nach der Geburt eines Kindes reduzieren Frauen in Deutschland ihre Arbeitszeit stärker und über einen längeren Zeitraum als Mütter in Schweden, Frankreich und Italien. Das zeigt eine vergleichende Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB).

Demnach arbeiten Mütter in Deutschland bis zur Einschulung des Kindes im Durchschnitt acht Stunden weniger pro Woche als vor der Geburt. Mütter in Frankreich und Schweden hingegen seien ähnlich umfangreich wie vor der Geburt berufstätig. Auch in Italien verringerten Mütter ihre Arbeitszeit nur um eine Stunde pro Woche. Über den Vier-Ländervergleich wird im Juni-Heft der WZB-Mitteilungen berichtet.

Für die vergleichsweise geringe Erwerbstätigkeit von Müttern in Deutschland sehen die Forscher drei Ursachen.

  • Es gebe in Deutschland kein flexibles und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot wie in Schweden und Frankreich für Kinder, die jünger sind als drei Jahre.
  • Familiennetzwerke seien weniger eng als in Italien. Dort kümmern sich der Studie zufolge 13 Prozent aller Großmütter täglich um ihre Enkel, in Deutschland seien es nur drei Prozent. Weil in Deutschland die Generationen räumlich weiter auseinander lebten als in Italien, stellten Großeltern in der Regel keine Alternative zu einer regelmäßigen Betreuung durch Mütter oder Kindertagesstätten dar.
  • Besonders in den alten Bundesländern entschieden sich Mütter oft gegen eine Erwerbstätigkeit. Vor allem Mütter, die verheiratet seien, deren Partner eine höhere Bildung und ein höheres Einkommen hätten, seien seltener berufstätig (40 Prozent) als andere Mütter (60 Prozent).

Die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland zeige sich auch an einem anderen Befund: In Deutschland gebe es die wenigsten Doppelverdiener-Haushalte. Zudem verringere sich hier mit jedem Kind die Wahrscheinlichkeit am stärksten, dass beide Eltern in Vollzeit arbeiten. Den höchsten Anteil an Doppelverdiener-Haushalten gebe es in Schweden. Hier seien außerdem Partner mit Kindern fast genauso häufig erwerbstätig wie Partner ohne Kinder.

Eine Kurzfassung der Studie findet sich in den WZB-Mitteilungen: Mehr Staat, weniger Mama

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