26.08.2008 · Axel Heitmann kümmert sich um Fracht, die lebt und meist vier oder gar keine Beine hat. Er ist Chef der einzigen Tierstation auf dem Rhein-Main Airport, einer hundertprozentigen Tochter der Lufthansa-Cargo.
Axel Heitmann kümmert sich um Fracht, die lebt und meist entweder vier oder gar keine Beine hat. Er ist Chef der einzigen Tierstation auf dem Rhein-Main Airport, einer hundertprozentigen Tochter der Lufthansa-Cargo. Aber auch die Airline-Wettbewerber wickeln Lebendlieferungen über Heitmanns Abteilung ab, wenn sie Tiere von Frankfurt aus verschicken oder über das Drehkreuz am Main entweder nach Deutschland oder in ein anderes Land der Europäischen Union einführen wollen.
14.000 Hunde und Katzen waren es alleine im vergangenen Jahr, außerdem 1500 Pferde. Am häufigsten sind allerdings Zierfische. Weil ihre Zahl in astronomischen Höhen liegt, werden sie durch Gewicht in die Lieferstatistik aufgenommen. Im Jahr kommen dabei üblicherweise 3000 Tonnen zusammen. Anzahl und Volumen der Tierlieferungen haben so stark zugenommen, dass die Leiter der Lufthansa-Cargo beschlossen, eine neue Tierstation zu bauen.
Für Planung und Umsetzung des Projektes haben sie Axel Heitmann ausgesucht. Er selbst hat Betriebswirtschaftslehre studiert mit den Schwerpunkten Marketing und Tourismus und ist seit 2001 der Lufthansa-Cargo zu Diensten. Bis zu seinem Wechsel an die Spitze der Tierstation hat er die Preispolitik der Cargo-Gesellschaft bestimmt. Sein Marketingfachverstand nutzt ihm auch im neuen Job. „Wir müssen natürlich immer wieder um Kunden werben und nach außen zeigen, was wir leisten können.“
Heitmann, dessen Tierstation rund 3 Prozent des Cargo-Geschäftes generiert, ist mittlerweile aber mehr Management-Generalist als Marketing-Spezialist. Er schreibt den Jahresbericht der Tierstation, stellt Personal ein und führt Mitarbeitergespräche. Zu seinem Team zählen Cargo-Fachleute ebenso wie Tierpfleger und die beim Land Hessen angestellten Veterinäre, die alle neu ankommenden Tiere untersuchen und einen längeren Aufenthalt anordnen können, wenn sie eine Krankheit feststellen. Wichtig für seinen Beruf sei aber auch eine „gewisse Affinität zu Tieren“, versichert Axel Heitmann, der übrigens selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen ist.