07.11.2008 · Die Touristik spürt nach vielen Jahren sinkender Ausbildungszahlen einen Mangel an qualifizierten Fachkräften. Positiv ist, dass in diesem Wirtschaftszweig auch ohne Studium eine Führungsposition erreicht werden kann.
Von Hans-Christoph Noack„Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen“, wusste schon Benjamin Franklin. Mit diesem Zitat des früheren amerikanischen Präsidenten schmückt der Deutsche Reise Verband (DRV) seine Website „Zukunft buchen“, mit der er sich für mehr Ausbildungsplätze in der Branche starkmacht. Deshalb hat er im Februar dieses Jahres eine Ausbildungsoffensive ins Leben gerufen.
Herzstück der Offensive ist das Internetportal. Hier finden Arbeitgeber die wichtigsten Informationen und praktische Tipps. Nach langen Jahren sinkender Ausbildungszahlen in der Reisebranche spürt die Touristik schon jetzt einen Mangel an qualifizierten Fachkräften. Einige Monate später liegen dem DRV inzwischen Zusagen der Branche von mehr als 180 zusätzlich eingerichteten Ausbildungsplätzen vor, die bei Betrieben entstanden sind, die bislang nicht ausbildeten. Und es gibt noch offene Stellen. Insgesamt bildet die Branche gut 6000 junge Menschen im Berufsbild des Reiseverkehrskaufmanns aus. Diese Ausbildung kostet das Reiseunternehmen durchschnittlich 17.000 Euro. Danach stehen dem Auszubildenden viele Wege in der Branche offen, wobei einige nach der Ausbildungszeit sich weiterqualifizieren.
Zahl der Hochschulabsolventen steigt
Denn die Touristik ist - wie das Hotelgewerbe - noch ein Wirtschaftszweig, in dem auch ohne Studium Führungspositionen erreicht werden können, wobei die Anzahl der Absolventen von Hochschulen und Fachhochschulen kräftig steigt. Allerdings wachsen die Gehälter nicht in den Himmel. Als Faustregel kann festgehalten werden: Dort, wo in den Unternehmen die meisten Mitarbeiter beschäftigt sind, sind die Gehälter eher bescheiden. Das gilt für die Reisebüros, die den Löwenanteil der Beschäftigten noch vor den Reiseveranstaltern und den Tourismusorganisationen stellen.
In der Reisebranche arbeiten rund 71.000 Menschen. Um Karriere zu machen, sind Weiterbildung und Mobilität sowie Belastbarkeit und gute Sprachkenntnisse einige der wichtigsten Voraussetzungen. Aber auch die Bachelor- und Master-Studiengänge könnten früheren Auszubildenden, die sich über den Tourismusfachwirt weiterqualifiziert haben, einen akademischen Grad bringen, der ihnen eine Karriere bis in die Führungsposition ebnete.