09.03.2007 · Das passt ja: Das Interesse an Fachkräften aus Deutschland hat weiter zugenommen; zugleich auch die Zahl derer, die gerne im Ausland arbeiten wollen. 2006 sind fast 14.500 Deutsche vermittelt worden.
Immer mehr Arbeitslose in Deutschland finden zumindest zeitweise im Ausland eine neue Beschäftigung. Die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) brachte im vergangenen Jahr 14.470 Arbeitskräfte ins Ausland, was gegenüber 2005 einen Anstieg um fast 14 Prozent bedeutete, wie die ZAV am Freitag in Bonn mitteilte. Der größte Teil der Bewerber (12.601) ging in europäische Länder, wobei 65 Prozent der dorthin Vermittelten zuvor arbeitslos waren. Bei den älteren Kandidaten für eine Vermittlung ins Ausland gab es eine leichte Steigerung (siehe dazu das umfangreiche FAZjobNET-Spezial: Arbeiten ohne Grenzen).
Das Interesse an qualifizierten Fachkräften aus Deutschland habe im vergangenen Jahr weiter zugenommen, erklärte ZAV-Direktorin Monika Varnhagen. Zugleich wachse auch die Zahl der deutschen Fachkräfte - vor allem der arbeitslosen -, die gerne für eine Zeit im Ausland arbeiten wollten. Für einen Job im Ausland interessierten sich vor allem jüngere Fachkräfte: 60 Prozent der Bewerber waren bis 40 Jahre alt. 28 Prozent waren zwischen 40 und 50 Jahren. Elf Prozent waren älter als 50 Jahre, was gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg bedeutete.
Schweiz, Österreich, Holland...
Von den 14.470 Vermittelten gingen 12.601 ins europäische Ausland. An der Spitze liegen dabei die deutschsprachigen Länder: In die Schweiz wurden 3.466 Arbeitskräfte vermittelt, nach Österreich 2.195. Auf dem dritten Platz liegen die Niederlande (1.844), auf den vierten Platz rückte Dänemark (495) vor, das zuvor auf Platz acht gelegen hatte. Danach folgen Großbritannien (395), Norwegen (390), Irland (301) und Kanada (257). Die Leiterin Rekrutierung der Firma Ramsdal in dänischen Kolding, Grith Tschorn, erklärte, dänische Arbeitgeber stellten deutsche Fachkräfte wegen positiver Erfahrungen gerne ein. Dafür seien die gute Ausbildung, Berufserfahrung und hohe Motivation ausschlaggebend (lesen Sie, was junge Leute treibt: „Unser Feld ist die Welt“).
Am häufigsten wurden Beschäftigte der Baubranche vermittelt, gefolgt vom gewerblich-technischen Bereich, vor allem der Metall verarbeitenden Industrie. Gefragt seien aber weiterhin auch Berufe im Hotelbereich und der Gastronomie. In Europa wurden überwiegend nichtakademisch qualifizierte Fachkräfte vermittelt. In Übersee ist qualifiziertes deutsches Personal für die Bereiche Handwerk und Bau vor allem in Kanada, Neuseeland und Australien gefragt. Bei den Fachkräften aus Deutschland nimmt dabei vor allem das Interesse an Kanada zu.
Berufsausbildung existiert in Kanada praktisch nicht!
Georg Dargelies (ragnita)
- 10.03.2007, 19:51 Uhr