Jeder fünfte Teilzeitbeschäftigte in der Europäischen Union würde gern mehr Arbeitsstunden leisten. Das geht aus der Arbeitskräfteerhebung des europäischen Statistikamtes Eurostat hervor. Demnach wären rund 8,5 Millionen der im vergangenen Jahr gezählten 42 Millionen Teilzeitkräfte bereit, ihr Arbeitsvolumen zu erhöhen.
Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Am höchsten ist der Wunsch nach Aufstockung in den Ländern, deren Arbeitsmärkte von der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders stark betroffen sind. An der Spitze liegt Griechenland (58 Prozent), gefolgt von Lettland (57), Spanien (49) und Zypern (42). Dabei spielt Teilzeitbeschäftigung in diesen Staaten eher eine untergeordnete Rolle.
Am geringsten ist der Wunsch nach Mehrarbeit in den Niederlanden und Belgien mit jeweils rund 3 Prozent ausgeprägt. Nirgendwo ist Teilzeitarbeit so beliebt wie in den Niederlanden, wo fast jeder zweite Erwerbstätige in diese Kategorie fällt. In Deutschland ist Teilzeitarbeit mit einem Anteil von mehr als 26 Prozent ebenfalls verbreitet. Vor allem Frauen sind häufig in dieser Form beschäftigt. Mit einem Wert von 18,7 Prozent Aufstockungswilliger liegt Deutschland leicht unter dem europäischen Durchschnitt.
Die „stille Reserve“ an Europas Arbeitsmärkten beträgt nach Berechnungen von Eurostat beinahe 11 Millionen Personen. Diese Gruppe umfasst Menschen, die potentiell arbeiten würden, aber nicht aktiv suchen und deshalb in den Arbeitslosenstatistiken nicht geführt werden. Dazu zählen auch Studenten, Hausfrauen und Rentner.
