Home
http://www.faz.net/-gym-78m8n
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Arbeit und Gesundheit Arbeitsministerium lehnt neue Antistressregeln ab

 ·  Im vergangenen Jahr warnte Bundesarbeitsministerin von der Leyen noch vor zunehmendem Stress für Arbeitnehmer durch ständige Erreichbarkeit auf dem Handy. Einer von Gewerkschaften geforderten Antistressverordnung hat sie nun aber eine Abfuhr erteilt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Das Bundesarbeitsministerium hat Forderungen der Gewerkschaft IG Metall nach einer Antistressverordnung eine Abfuhr erteilt. „Im Moment sieht unser Haus dazu keine Notwendigkeit“, sagte der zuständige Referatsleiter André Große-Jäger am Dienstag während einer Personalmesse in Stuttgart.

Der Zunahme psychischer Belastungen müsse auf betrieblicher Ebene begegnet werden. Es sei nicht möglich, für fast 42 Millionen Erwerbstätige in den unterschiedlichsten Branchen und Berufen anwendbare und überprüfbare Stressvorschriften zu formulieren.

IG Metall wirbt für strengeren Arbeitsschutz

Große-Jäger warnte die Unternehmen jedoch davor, das Problem zu verdrängen. Psychische Belastungen verursachten bereits heute Produktionsausfälle von geschätzt rund 8 Milliarden Euro im Jahr.

Die IG Metall veranstaltet in dieser Woche in Berlin einen „Antistresskongress“, mit dem sie auch für strengere Arbeitsschutzvorschriften wirbt. Nach einer von der Gewerkschaft in Auftrag gegebenen Umfrage wünschen sich 69 Prozent der Beschäftigten, dass die Politik für klarere Vorgaben sorgt.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im vergangenen Jahr angeprangert, dass viele Arbeitnehmer unter einem ungesunden Druck stünden, ständig für Vorgesetzte erreichbar zu sein. IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban warf ihr am Dienstag vor, sie habe sich „darin eingerichtet, die Rede für die Tat zu nehmen“.

  Weitersagen Kommentieren (1) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Gewerkschafts-Studie Mehr Arbeit, mehr Überstunden - aber nicht mehr Lohn

17 Prozent der Arbeitnehmer machen Überstunden zum Nulltarif. Das jedenfalls besagt eine Gewerkschafts-Studie. Besonders gestresst fühlt sich ausgerechnet eine Berufsgruppe mit frühem Feierabend und viel Urlaub: Die Lehrer. Mehr

08.04.2014, 17:00 Uhr | Beruf-Chance
Weitere Nachrichten Italien will Manager von Staatskonzernen austauschen

Italien besetzt die Spitze mehrerer Staatskonzerne neu. Das Arbeitsministerium befürchtet hohe Beitragsausfälle bei einer flexibleren Gestaltung des Renteneintritts. Mehr

15.04.2014, 07:16 Uhr | Wirtschaft
Nach dem Piloten-Streik Tarifgleichschaltung

Der Volkszorn richtet sich gegen den Streik der Piloten. Das passt den Großgewerkschaften ins Konzept: Sie wollen die Vereinigung Cockpit entmachten. Mehr

05.04.2014, 17:12 Uhr | Wirtschaft

23.04.2013, 16:30 Uhr

Weitersagen