02.05.2012 · Anonymisierte Bewerbungen sollen Diskriminierung verhindern. Was aber bleibt übrig, wenn viele Angaben geschwärzt werden? Personalprofis spotten schon.
Von Sven AstheimerRichtlinien für Lesermeinungen
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Interessant, wie selbstverständlich es hingenommen wird, dass es
(mal wieder) viel Aufsehen um eine Studie gab und daraus wieder
Schlussfolgerungen über Diskriminierung abgeleitet wurden und
später heißt es dann, ach ja die Studie war eigentlich gar
nicht aussagekräftig, wir tun einfach so als wäre sie es.
Fraglich zum einen die Arbeit der Forscher (warum veröffentlicht
man Material wenn es keine Aussage hat?) und die Arbeit der Presse
(warum macht man auf dieser Basis Berichte?)
-
Seit ich angefangen habe selber Studien nachzuprüfen bin ich zu der
Erkenntnis gekommen, dass Studien die sich um Frauen / Mädchen,
Migranten und Öko drehen so sehr darauf bedacht sind das politisch
korrekte, ideologiebestätigende Ergebnis zu bekommen, dass man sie
ungesehen in die Ablage P geben kann. Teilweise muss man sich wirklich
fragen ob man für "Forschung" die so falsch ist dass man
den "ForscherInnen" schon Vorsatz unterstellen muss nicht
irgendwann mal Konsequenzen für diese haben sollte.
Der größte Bullshit aller Zeiten.
Dieses Antidiskriminierungsgesetz ist einfach nur Bullshit und solche Bewerbungen einfach nur praxisuntauglich. Dadurch würde es immer schwieriger, durch Bewerbung an eine Stellung zu kommen. Vitamin B wird wieder wichtiger. Jobs, die unter der Hand vergeben, tauchen in keiner Bewerbungsstatistik auf. Wir hatten und haben eigentlich immer noch eine durchlässige Gesellschaft. Man schaue sich die Biographien unserer Kanzler an und die der Kanzlerin. Viele haben sich hochgearbeitet. Was ist mit den Präsidenten? Köhler und Gauck kamen aus ganz ärmlichen Verhätlnissen. Köhler war Flüchtlingskind und Gauck Sohn eines Seemanns und Mecklenburg. Und nun schaut man auf DAX-Vorstände und stellt fest: Huch, so wenig Frauen. Das könne ja nur an einer "gläserne Decke", also Diskriminierung liegen. Macht man es sich da nicht ein bissschen zu einfach? Eine Selektion nach Alter ist außerdem wichtig. Was ist, wenn man gezielt nach erfahrenen Leuten suchen möchte?
Man könnte auch eine Blankobewerbung mit lediglich einer Postfach-Nummer verpflichtend machen und alle Interessenten zum Gespräch einladen. Seine diskriminierenden Vorurteile müsste man sich dann halt für die Auswahlgespräche aufheben. Da werden sie dann statistisch weggelogen, indem man sagt, es lag an der konkreten Persönlichkeit. Das wäre doch eine wahrhaft politisch korrekte "Lösung".
Ändern muss sich die Haltung - nicht das Papier!
Das ganze Projekt kann man auch als Ablenkungsmanöver der Politik begreifen. Denn es kann nicht darum gehen, menschliche Individualität zu verleugnen, sondern Toleranz ist eine Werthaltung, die in den Köpfen stattfindet. Und diese Werthaltung hat Politik zu organisieren!
Die Politik auf allen Ebenen, Stadt, Land, Bund, Brüssel ist auf
Selbstzerstörung programmiert. So müssen meine Eltern die
Weimarerzeit erlebt haben.
Dieses Gesetz bringt gar nichts außer hohe Kosten.
Anonyme Bewerbung = Misstrauensnachweis + Beleidigung
Ich habe Personalverantwortung. Alleine 2011 habe ich 10 Stellen in
meinem Team neu besetzt.
Was heisst eine anonyme Bewerbung? Für mich: Der Bewerber traut mir
also nicht mal zu, dass ich ihn vorurteilsfrei bewerte. Er schenkt mir
also ohne mich zu kennen nicht mal ein bisschen Vertrauen. Wieso soll
ich einer solchen Person das Vertrauen schenken bei mir arbeiten zu
können? Es ist zudem beleidigend, denn der Bewerber unterstellt mir
erst einmal, dass ich nach irgendwelchen Methoden diskriminiere.
Eine anonyme Bewerbung landet bei mir daher erst mal im Rundordner.
Würde man mich unter Eid befragen, würde ich in jedem Fall
sagen: "Nach ausführlicher Lektüre der Bewerbung bin ich
zu dem Schluss gekommen, dass die Qualifikationen des Bewerbers sich
nicht mit den Anforderungen der Stelle decken." Ich nehme dann
lieber einen Bewerber, der mich nicht schon als Diskriminierer
abgestempelt hat bevor er/sie mich kennen gelernt hat.
Das die Studie Quark ist steht ja schon im Artikel.
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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