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Arbeitsort Nürnberg Business und Bratwürschtla

Nürnberg ist Heimat der Bundesagentur für Arbeit und vieler Mittelständler. Doch Neubürger verbinden die Stadt vor allem mit dem Christkindlesmarkt - und mit Würstchen. Teil 1 der Serie über unsere Lieblings-Arbeitsorte in Deutschland.

© Lisowski, Philip Vergrößern Altstadtcharme: Im ehemaligen Toilettenhäuschen des Hallertors ist eine coole After-Work-Kneipe entstanden.

Die Familien im Neubaugebiet des Stadtteils Nürnberg Langwasser haben die Tische draußen gedeckt. Der Tag verspricht sommerlich zu werden; die Kinder rauschen mit Fahrrädern und Tretrollern um die Reihenhäuser. Die Gärten sind klein, der Blick zum Nachbarn frei. Mercedes und Marco Hildebrand sitzen auf grauen Alu-Gartenstühlen und nippen am Kaffee. Vergangenen Sommer haben sie hier ein Haus gekauft für sich und die beiden Kinder, es war die endgültige Entscheidung, für immer in der Stadt zu bleiben. Hier sind sie aufgewachsen, hier haben sie gelernt, studiert, Arbeit gefunden: Sie in einer Kita, er als Ingenieur bei Schaeffler im benachbarten Herzogenaurach. „Nürnberg ist ideal für uns“, sagt Mercedes Hildebrand. Und dann zählt sie die üblichen Annehmlichkeiten einer Großstadt auf: U-Bahn, Einkaufszentren, Kinos, Sport- und Freizeitangebote für die Kinder. Gleichzeitig aber sei alles „nicht so riesig und hektisch“. Das Haus war zwar nicht billig, aber im Vergleich zu Preisen in Frankfurt oder Köln erschwinglich. Vielleicht, schiebt Mercedes Hildebrand nach, vielleicht sieht sie alles auch deshalb so positiv, weil sie die Leute hier kennt, sich zu Hause fühlt.

Nadine  Bös Folgen:    

Ganz typisch sei diese Heimatverbundenheit für die Nürnberger, glauben Arbeitsmarktfachleute. Der örtliche Stellenmarkt speise sich vor allem aus der Region selbst, berichtet die Arbeitsagentur. „Nürnberg ist die neuntgrößte Stadt Deutschlands, aber sie fehlt sogar auf vielen Wetterkarten“, sagt Ronald Smutny von der IHK Mittelfranken. Kein Wunder: Stadt und Region kämpfen von jeher damit, dass auch gut ausgebildete Menschen sie selten mit mehr als dem Christkindlesmarkt und der Kaiserburg assoziieren. „Wir sind nicht Hamburg oder Berlin“, sagt Smutny. Lange hat Nürnberg sich damit begnügt, Fachkräfte aus der Region zu halten oder Erlanger Studenten zu binden. Ob das in Zukunft noch genügt, ist fraglich. Dem Fachkräftemonitor der IHK zufolge werden 2014 in Mittelfranken schon 61.000 qualifizierte Mitarbeiter fehlen. Smutnys Stelle hat die Kammer just deshalb geschaffen. Er soll die Stadt als Arbeitsort bekannter machen.




Das Dreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen zeichnet sich vor allem durch einen starken Mittelstand aus. Maschinenbau und Autozulieferung sind wichtige Branchen. So hat sich etwa der Kabelhersteller Leoni aus Nürnberg einen Namen gemacht; in Fürth sitzt der recht unbekannte, hochspezialisierte Außenspiegelhersteller Mekra Lang. Zudem beheimatet Nürnberg die Spezialisten für Elektromotoren und Leistungselektronik Baumüller und Semikron. Aber auch Mittelständler aus ungewöhnlichen Branchen gibt es: Die Firma Barth & Sohn aus Nürnberg etwa ist einer der Marktführer für Hopfen.

Im Dienstleistungsbereich hat sich mit der GfK eines der größten Marktforschungsunternehmen der Welt in Nürnberg angesiedelt. Große öffentliche Arbeitgeber sind zudem die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die beide hier ihren Hauptsitz haben. Insgesamt waren Mitte 2012 im Arbeitsagenturbezirk Nürnberg 56,6 Prozent der Bevölkerung sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das ist deutlich mehr als etwa in Köln (50,5 Prozent) oder Hamburg (51,2 Prozent) und sogar geringfügig mehr als in München (56,0 Prozent).

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Veröffentlicht: 10.07.2013, 09:30 Uhr

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