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Arbeitsmarkt Immer mehr Ältere arbeiten

 ·  Die Unternehmen in Deutschland beschäftigen immer mehr ältere Arbeitnehmer. Zwei von fünf Sechzigjährigen sind inzwischen erwerbstätig.

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© dpa Die Situation älterer Arbeitnehmer bessert sich. Das freut Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Handwerkspräsident Otto Kentzler (hinten) und DGB-Chef Michael Sommer fordern dennoch mehr Anreize von der Politik.

Die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen ist 2010 auf 40,8 Prozent gestiegen; 2009 lag sie bei 38,4 Prozent. Das gab Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen in Berlin bekannt. Im europäischen Vergleich erreiche Deutschland, wie der Bericht "Altersgerechte Arbeitswelt" des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeige, mittlerweile einen Spitzenplatz. Allerdings sei der Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung mit 25 Prozent deutlich niedriger, sagte von der Leyen nach einem Treffen mit Handwerkspräsident Otto Kentzler und dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer.

Sommer bekräftigte, die Beschäftigungssituation Älterer habe sich zwar verbessert. Sie sei aber längst nicht so gut, dass es einen Grund für die Einführung der Rente mit 67 gebe. Von der Leyen sagte, der aktuelle Stand könne nur eine "Zwischenetappe sein auf dem langen Weg zur vollen Rente mit 67 im Jahr 2029". Nach wie vor gelinge aber viel zu wenigen Menschen über 55 Jahre der Sprung aus der Arbeitslosigkeit zurück in den Beruf.

Investitionen in ältere Mitarbeiter zahlen sich aus

Viele kleine und mittlere Unternehmen investierten zudem noch nicht genug in Gesundheit und Weiterbildung ihrer alternden Belegschaften. Solche Investitionen zahlten sich aber auch betriebswirtschaftlich aus, betonte die Ministerin. Die Produktivität eines Betriebs erhöhe sich nach den Studienergebnissen des ZEW um gut 0,5 Prozent, wenn der Anteil der Beschäftigten zwischen 45 und 50 Jahren an der Gesamtbelegschaft um einen Prozentpunkt steige. Wenn jedoch altersgerechte Arbeitsplätze vorhanden seien, steige deren Produktivität sogar um 2 Prozent.

Neue Zahlen zur Nutzung von Lebensarbeitszeitkonten zeigen nach Einschätzung der Ministerin, dass das Potential des Instruments für eine flexiblere Gestaltung der Lebensarbeitszeit bei weitem noch nicht ausgeschöpft sei. Nur 40 000 Betriebe in Deutschland (2 Prozent) führten echte Langzeitkonten, auf denen Mitarbeiter größere Arbeitszeitguthaben explizit mit dem Ziel längerfristiger Freistellung ansparen könnten. Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen fehlten entsprechende Regelungen. Hier sei die Politik gefordert, Anreize zu schaffen, sagten Sommer und Kentzler.

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Jahrgang 1963, Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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