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Adriane Richter, 30 Jahre International Relations in Moriya, Japan

04.02.2007 ·  „Nach meinem Japanologie-Studium in München wollte ich auf jeden Fall für einige Zeit in Japan leben. Seit August 2005 arbeite ich als Coordinator of International Research im Rathaus der Kleinstadt Moriya.“

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"Nach meinem Japanologie-Studium in München wollte ich auf jeden Fall für einige Zeit in Japan leben. Seit August 2005 arbeite ich als Coordinator of International Research im Rathaus der Kleinstadt Moriya, etwa vierzig Kilometer entfernt von Tokio. Zu meinen typischen Aufgaben gehören Übersetzen, Dolmetschen, Schulbesuche, Vorträge und die Organisation von Studienfahrten. Aber je nach Vertragsorganisation ist man sehr frei in der Gestaltung des Jobs. Mir gefällt am besten, dass ich hier viel herumexperimentieren kann und mich mit Dingen auseinandersetze, über die ich früher nicht viel nachgedacht habe. Zum Beispiel habe ich schon Vorträge über Beethoven oder deutsche Faschingsbräuche gehalten. Ich darf auch einen Deutschkurs anbieten, obwohl ich keine Lehr-Erfahrung habe, und stelle dabei fest, wo die größten Schwierigkeiten beim Erlernen dieser Sprache liegen.

Niemand erwartet, dass ich gleich von Anfang an perfekt bin. Meinen Kochkursteilnehmern ist es auch egal, dass ich nicht besonders gut kochen kann, solange ich die Rezepte übersetze und wir uns am Herd nett unterhalten. Um sich für einen Job wie meinen zu bewerben, sollte man sich ohne Probleme auf Japanisch unterhalten können und fähig sein, zu lesen und zu schreiben.

Ich überlege gerade, ob ich meinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängern soll. Meinen Job habe ich über das japanische Austauschprogramm JET bekommen, das einen Aufenthalt bis zu fünf Jahren vorsieht. Das Arbeitsumfeld ist sehr international. Ich habe hier nicht nur viel über Japan gelernt, sondern auch viele JETs aus anderen europäischen und asiatischen Ländern oder den Staaten getroffen. Hauptsprache ist Englisch, so dass man als Deutscher seine Fähigkeiten gleich in zwei Sprachen erweitern kann. Ich kenne einige Kollegen, die hinterher einen interessanten Job in Tokio, Yokohama oder auch in Amerika gefunden haben."

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