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Art Karlsruhe : Im Süden immer Neues

Aber das nächste Mal bitte kleiner: Die Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst tritt in Karlsruhe selbstbewusst an. Schaffen es die 220 Aussteller die Verkaufsschau zum Großereignis zu machen?

          Eigentlich hat die Art Karlsruhe, die gerade zum elften Mal stattfindet, alles auf ihrer Seite: den Frühlingstermin (wobei es womöglich nicht so sinnvoll ist, in direkte Überschneidung mit Tefaf zu gehen, auch wenn sich die Kundschaft unterscheiden mag); das Einzugsgebiet des deutschen Südwestens samt der nahen Schweiz und Frankreichs, wo eingeborener solider Wohlstand auch Geld für die Kunst ausgibt; endlich jede Menge Platz in inzwischen vier Hallen. Bei diesem letzten Punkt beginnt aber das Problem: Die Art Karlsruhe ist schlicht viel zu groß. Sie muss dringend gesundgeschrumpft werden; denn nicht die Masse macht eine Messe, sondern die Klasse. Doch derzeit ist ein Parcours abzuarbeiten, der deshalb so anstrengend und auf Dauer ermüdend ist, weil zu viele unsinnige Dinge die Wege zu den wohltuenden Oasen der guten und besten Qualität säumen. Unter diesen Bedingungen sind auch die stets erhofften Entdeckungen erschwert - vor allem beim Angebot der jüngeren und jüngsten Kunst, das inzwischen arg sichtungsbedürftig ist.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Die Art Karlsruhe nennt sich „Internationale Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst“, eine Ansage nicht ohne Selbstbewusstsein. Aber bloß weil 220 Aussteller aus dreizehn Ländern antreten, ist eine Messe noch kein Weltereignis. Die Karlsruher Schau funktioniert (noch), nicht zum wenigsten, als eine Veranstaltung für die Ausstattung des Eigenheims. Ihre Domäne sollte Gediegenheit und gut sortierte Gegenwart sein, um als perfekte Mittelstandsmesse zu brillieren. Manche Galeristen wissen das und haben regelrechte Stammkunden in Baden gefunden, auf deren Kommen sie zählen können. Das gilt etwa für Thole Rotermund aus Hamburg und (den gebürtigen Schwarzwälder) Michael Haas aus Berlin oder für die Galerie Rudolf aus Kampen, die mit Lovis Corinths frühem „Lachenden Mädchen“ von 1883 (mehr als 100.000 Euro) einen ungewöhnlichen Blickfang am Stand hat. Es gibt aber auch Reimporte, so den Offenburger Künstler Stefan Strumbel, den die Berliner Galerie Circle Culture ausführlich vorstellt. Strumbels grelle heimatironische Arbeiten - zum Beispiel sehr eigenwillige Kuckucksuhren (für die es schon je 17 000 Euro sein müssen) - unterscheiden sich wohltuend von einer ganzen Menge eher mühsamer, auch skulpturaler Anstrengungen.

          Dass wieder viel gemalt wird, ist keine neue Nachricht. Aber nicht alles, was mit einem Pinsel auf die Leinwand gebracht wird, muss gleich als Malerei durchgehen. Wer ein gutes Gemälde sucht (was gewiss nicht wenige in Karlsruhe tun), sollte das Gesamtangebot regelrecht screenen, besonders in der Halle 2, die das weite Feld zwischen Fotorealismus-Revival und Stark-Abstraktion abdeckt. Natürlich ist auch diesmal auf die Stützen der Messe Verlass - auf die Döbele, Henze & Ketterer, Nothelfer, Schlichtenmaier, auch Michael Werner und ihresgleichen: Sie liefern die begehrten Moderne-Klassiker auf Papier und Leinwand im höheren Preissegment, von Kirchner über Emil Schumacher bis zu aktueller Produktion von Markus Lüpertz. Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf Zero-Werken, wie sie etwa die Galerie Geiger aus Konstanz präsentiert. Bleibt eine Empfehlung für die Zukunft: die Messe in zwei Hallen, mit deutlich reduzierter Teilnehmerzahl.

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