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Archäologischer Fund : Wie kam die Sphinx nach Galiläa?

  • -Aktualisiert am

Pharao Menkaure schützte vor mehr als viertausend Jahren seine Augen mit einem Lidstrich aus Nilschlamm. Sein Wiederentdecker tut’s mit Sonnenbrille. Der Sphinx, deren Reste er stolz präsentiert, dürfte beides gleichgültig sein. Bild: AFP

Ein Staunen erregender Fund im israelischen In Tel Hazor: Archäologen stoßen bei Grabungsarbeiten auf Reste einer altägyptischen Sphinx. Aber wie ist die Statue dorthin gelangt?

          Archäologen der Hebräischen Universität von Jerusalem melden einen ungewöhnlichen Fund: Bei Grabungsarbeiten in Tel Hazor in Galiläa sind sie auf den Rest einer altägyptischen Sphinx gestoßen, die einem der Erbauer der Pyramiden von Gizeh gewidmet ist. Die Inschrift auf dem dreißig mal vierzig Zentimeter messenden Sockel, der von den Vorderbeinen einer Sphinx getragen wird, preist den Pharao Menkaure (2551 bis 2523 vor Christus) als „Liebling der Götter, die ihm ewiges Leben schenkten“.

          Nach vorläufigen Berechnungen soll die ehemals vollständige Granitskulptur rund fünfhundert Kilogramm gewogen haben. Sie scheint damit die größte Sphinxfigur gewesen zu sein, die je außerhalb Ägyptens entdeckt wurde. Sie ist auch die einzig bekannte Sphinx, die den altägyptischen Herrscher Menkaure darstellte. Von ihm existieren bis heute nur Sitzstatuen und sogenannte Triaden, auf denen der Pharao von zwei altägyptischen Gottheiten flankiert wird.

          Ein Geschenk für den König?

          Die israelischen Archäologen Amnon Ben-Tor und Sharon Zuckerman haben noch keine eindeutige Erklärung dafür, wie die Skulptur ausgerechnet in die bereits im Alten Testament erwähnte kanaanitische Stadt Hazor gelangte. Da direkte Beziehungen zwischen den Bewohnern Kanaans und den altägyptischen Dynastien im dritten Jahrtausend nirgends dokumentiert sind, geschah dies wahrscheinlich erst Jahrhunderte nach dem Tod Menkaures.

          Denkbar wäre, dass die Sphinx zwischen dem 15. und dem 13. Jahrhundert vor Christus, als sich die Herrschaft des Alten Ägypten auch über Kanaan erstreckte, dem König von Hazor seitens der Pharaonen zum Geschenk gemacht wurde. Die Statue scheint bei späteren kriegerischen Auseinandersetzungen von Invasoren zerstört und das entdeckte Fragment in eine Abfallgrube entsorgt worden zu sein.

          Mit den Grabungen in der Palastanlage von Hazor begann bereits 1955 der einstige israelische Generalstabschef und spätere Archäologieprofessor und Politiker Yigael Yadin. Obgleich seitdem in der Anlage umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt wurden, wirft diese immer noch Rätsel auf: Ben-Tor, der die Forschungen in Hazor seit 1990 leitet, sieht das ausgegrabene Sphinx-Fragment im Zusammenhang mit einer Kriegszerstörung, die den Untergang der kanaanitischen Stadt besiegelte. Gestritten wird aber nach wie vor darüber, durch wen Hazor zerstört worden ist. Dass dies der biblische Joschua tat, wie im Alten Testament berichtet, bezweifeln sowohl Ben-Tor als auch seine Kollegin Sharon Zuckerman. Bei weiteren geplanten Ausgrabungen auf dem weitläufigen Palastgelände hoffen die beiden auch die restlichen Teile der Menkaure-Sphinx zu finden.

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