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Veröffentlicht: 05.01.2017, 09:38 Uhr

Rassismus-Vorwurf Heftige Kritik an Dobrindt wegen Abkürzung „Nafris“

Verkehrsminister Dobrindt fordert, der Staat müsse die Bürger besser vor nordafrikanischen Intensivtätern schützen – und verwendete die umstrittene Abkürzung „Nafris“. Für Linken-Chefin Kipping ist das „rassistisch“.

© dpa Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verwendete im Zusammenhang mit nordafrikanischen Intensivtätern den umstrittenen Polizeibegriff „Nafri“.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat ein klares Konzept zum Schutz vor nordafrikanischen Intensivtätern gefordert und in einem Interview den umstrittenen Polizeibegriff „Nafris“ verwendet. „Die Menschen wollen klare Antworten auf die Frage, wie der Staat bestmöglich für ihre Sicherheit sorgt und sie zum Beispiel vor Nafris schützt“, sagte Dobrindt der „Passauer Neuen Presse“. „Mit dem Flüchtlingsstrom sind auch Unsicherheiten nach Deutschland geströmt“, begründete der Minister seine Forderung.

Politiker von SPD, Grünen und der Linkspartei griffen den CSU-Politiker wegen seiner Wortwahl scharf an. „Herr Dobrindt sollte sich lieber um seine Themen als Verkehrsminister kümmern“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner derselben Zeitung. „Dazu gehört nicht, mit aufgeladenen Begriffen zu zündeln, um Ressentiments zu schüren.“

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Die Vorsitzende der Linkspartei Katja Kipping warf Dobrindt einen „rassistischen Ausfall“ vor. „Als Verkehrsminister ein Totalausfall, als Sicherheitspolitiker ein rassistischer Hetzer, für den alles Böse aus dem Ausland kommt, und der abwertende Begriffe politisch hoffähig macht“, sagte Kipping der Zeitung. Der Grünen-Migrationsexperte Volker Beck sagte über Dobrindts Äußerungen, der Staat müsse „für die Sicherheit seiner Bürger sorgen, keine Frage. Dazu gehört auch, dass er Minderheiten in Schutz vor rassistisch konnotierten Äußerungen nimmt.“

© dpa, afp Silvesternacht in Köln: 650 Kontrollen, sechs Festnahmen

Der Begriff „Nafris“ wird nach Angaben der Kölner Polizei seit 2013 polizeiintern für nordafrikanische Intensivtäter verwendet. Zuletzt hatte ihn die Polizei in der Domstadt während ihres Einsatzes in der zurückliegenden Silvesternacht in einer Twitter-Nachricht benutzt, was zu einer Debatte über möglichen Rassismus in der Kölner Polizei führte. Polizeipräsident Jürgen Mathies bedauerte anschließend die Wortwahl in dem Tweet.

© Twitter

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