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Aktualisiert: 15.01.2015, 23:26 Uhr

Akute Gefahr von Anschlägen Polizei erschießt zwei mutmaßliche Terroristen

Sie hatten Kriegswaffen, lieferten sich minutenlange Schusswechsel mit der Polizei: Zwei mutmaßliche Dschihadisten sind bei einem Einsatz im belgischen Ort Verviers getötet worden. Die Syrien-Rückkehrer planten offenbar „großangelegte Terroranschläge“.

von , Brüssel
© Reuters Experten der belgischen Polizei untersuchen nach dem Anti-Terror-Einsatz in Verviers den Eingang zu einer Wohnung

Bei einer Polizeiaktion in der ostbelgischen Stadt Verviers sind am Donnerstag zwei mutmaßliche Terroristen erschossen worden. Wie die oberste Staatsanwaltschaft des Landes am Abend mitteilte, sei eine weitere verdächtige Person nach dem Schusswechsel festgenommen worden. Die Behörden vermuten, dass es sich um Mitglieder einer „operativen Zelle“ handelt, die unmittelbar davor gestanden haben sollen, „großangelegte Terroranschläge“ in Belgien zu verüben.

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Einige der Mitglieder der Zelle seien erst kürzlich aus Syrien zurückgekehrt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van der Sypt. Insgesamt habe es am Donnerstag auf Anordnung eines auf terroristische Straftaten spezialisierten Ermittlungsrichters rund zehn Hausdurchsuchungen in Verviers sowie in der Hauptstadt Brüssel und ihrem Umland gegeben. Nicht bestätigt wurden am Abend Meldungen, wonach das Vorgehen der belgischen Behörden Teil einer international abgestimmten Polizeiaktion gegen radikale Islamisten in insgesamt sieben Ländern sei.

© dpa, Reuters Zwei Terroristen bei Anti-Terror-Einsatz in Belgien getötet

Als die Spezialkräfte am frühen Abend zugriffen, hätten die mutmaßlichen Dschihadisten „sofort“ das Feuer eröffnet, dabei hätten sie Sturmgewehre und andere schwere Waffen eingesetzt, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die Toten seien belgische Staatsbürger.

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Augenzeugen des Zwischenfalls in der östlich von Lüttich und unweit der deutschen Grenze gelegenen Stadt Verviers berichteten von Gewehrsalven, Explosionen und Schreien in der Nähe des Gerichtsgebäudes. Die Polizeiaktion habe gegen 17.45 Uhr begonnen und habe rund eine Viertelstunde gedauert.

Offenbar kam es am Abend zu einem weiteren Einsatz in Verviers. Polizisten seien im Stadtzentrum unweit des ersten Einsatzortes in ein Haus eingedrungen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Die Sicherheitskräfte hätten dort ihre Suche nach weiteren mutmaßlichen Terroristen fortgesetzt.

Karte / Verviers Verviers liegt etwa 25 Kilometer von Aachen entfernt © Stepmap Bilderstrecke 

Nach Angaben des belgischen Fernsehsenders RTBF sollen sich derzeit 184 Belgier in Syrien den Dschihadisten angeschlossen haben; 50 Kämpfer seien dort ums Leben gekommen und 101 weitere unlängst nach Belgien zurückgekehrt. In der Europäischen Kommission war zuvor die Zahl der aus den EU-Ländern nach Syrien und in den Irak aufgebrochenen Kämpfer auf 3000 bis 5000 geschätzt worden.

Angehörige der Polizei und Zeugen der Schießerei in Verviers wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Brüssel nicht verletzt. Van der Sypt berichtete, dass aus einem Bäckereigebäude auf die Polizeibeamten mit schweren, automatischen Waffen geschossen worden sei. „Wir hatten mit einem Schusswechsel gerechnet. Zum Glück waren wir gut vorbereitet“, zitierte die Zeitung „De Standaard“ am Abend Van der Sypt.

Zweithöchste Alarmstufe

In Belgien wurden die Sicherheitsvorkehrungen, insbesondere vor Justiz- und Polizeigebäuden verschärft. Dort gilt fortan die zweithöchste Alarmstufe. „Insbesondere Polizeikräfte waren das Ziel in Belgien“, sagte Van der Sypt zu den nun offensichtlich vereitelten Plänen der mutmaßlichen Terroristen.

Nach den Anschlägen in Paris waren die Sicherheitsbehörden in Belgien besonders alarmiert. In dem Land gibt es eine wachsende Islamisten-Szene, Verviers gilt neben mehreren Vororten der Hauptstadt Brüssel als eine Hochburg. Eine Verbindung zwischen den Attentätern von Paris und den in Verviers getöteten mutmaßlichen Dschihadisten sei allerdings „zu diesem Zeitpunkt“ nicht hergestellt worden, sagte Van der Sypt.  

Die Polizei in Belgien hatte schon vor dem Einsatz in Verviers einen Mann vorläufig festgenommen, der behauptet hatte, mit dem erschossenen Pariser Geiselnehmer Amedy Coulibaly in Kontakt gewesen zu sein. Laut Staatsanwaltschaft gibt es jedoch keinen Zusammenhang zwischen den jüngsten Zugriffen und dem festgenommen Mann aus Charleroi.

Im Mai des vergangenen Jahres hatte ein Islamist bei einem Anschlag auf das jüdische Museum in Brüssel vier Menschen getötet. Erst am Mittwoch hatte die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in einem Internetvideo mit einem weiteren Anschlag in Belgien gedroht, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete.

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