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Aktie im Blick Loewe beantragt Gläubigerschutz

Der schwer angeschlagene Fernseherhersteller Loewe will mit einem Antrag auf Gläubigerschutz sein Überleben sichern.

© dpa Vergrößern

Der TV-Gerätehersteller Loewe kämpft ums Überleben. Nun will das Unternehmen seine Existenz mit einem sogenannten Schutzschirmverfahren sichern. Wie Loewe  mitteilte, soll beim Amtsgericht Coburg Antrag auf Einleitung eines solchen Verfahrens für die Loewe AG und die Tochter Loewe Opta GmbH gestellt werden. „Alle anderen in- und ausländischen Tochtergesellschaften arbeiten weiter wie bisher und nehmen nicht am Verfahren teil.“

Geschäft läuft uneingeschränkt weiter

Loewe werde weiter vom bestehenden Vorstand geführt. Der Hersteller hatte zuletzt mitgeteilt, dass aufgrund hoher Verluste mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt sei, und berief eine Hauptversammlung für Ende Juli ein.

„Während der auf drei Monate befristeten Phase des ’Schutzschirms’ ist Loewe vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt und bleibt voll handlungsfähig“, teilte das Unternehmen mit. Der Geschäftsbetrieb im nordbayerischen Kronach werde uneingeschränkt fortgeführt.

Neues Schutzschirmverfahren

Deutschland hatte das Schutzschirmverfahren als besondere Form des Insolvenzverfahrens im vergangenen Jahr eingeführt, um angeschlagenen Unternehmen die Angst vor dem Insolvenzrichter zu nehmen. Es ähnelt dem aus den Vereinigten Staaten bekannten Gläubigerschutz („Chapter 11“). Voraussetzung ist, dass eine Zahlungsunfähigkeit lediglich droht, aber noch nicht eingetreten ist. Das Management bleibt in so einem Fall am Ruder und darf sich sogar den vom Gericht zu ernennenden Sachwalter selbst aussuchen.

Neben der Solarfirma Centrotherm <CTN.ETR> haben schon einige Firmen diesen Weg gewählt - beispielsweise der Autozulieferer Neumayer Tekfor, der 2012 wegen Absatzschwierigkeiten in Schieflage geraten war. Im März 2013 übernahm das indische Unternehmen AmtekAuto dann die Firma mit drei deutschen und zwei italienischenStandorten und insgesamt 3.300 Mitarbeitern. Auch der r enommierte Suhrkamp Verlag will sein Überleben mit einem Schutzschirmverfahren sichern.

Loewe, ursprünglich 1923 von den Brüdern Siegmund und David Ludwig Loewe in Berlin gegründet, ist eine der letzten deutschen Traditionsmarken im Fernsehgeschäft, bei denen die Geräte noch in Deutschland produziert werden. Am Standort Kronach fertigt Loewe seit 1948.

Mächtige Konkurrenz

Allerdings muss das Unternehmen seit Jahren kämpfen. Der Markt ist von rasantem technologischen Wandel und den mächtigen Konkurrenten im Fernen Osten geprägt, wie zum Beispiel Samsung und Panasonic. Sie fertigen die TV-Geräte in riesigen Stückzahlen und günstiger als hierzulande.

Die Probleme zeigen sich in den Geschäftszahlen: Loewe schreibt seit 2010 rote Zahlen. Der Umsatz ist seit 2008 rückläufig, von damals 374 auf 250 Millionen Euro 2012. Allein in den ersten drei Monaten 2013 brach der Umsatz um weitere 35 Prozent auf 43,5 Millionen Euro ein, unter dem Strich standen 11,6 (Vorjahr: 1,0) Millionen Euro Verlust zu Buche.

Ende März beschäftigte Loewe 988 Mitarbeiter. Im Rahmen der Restrukturierung „wurden zum 1. April 2013 insgesamt 180 Arbeitsplätze über alle Bereiche des Unternehmens abgebaut“, hieß es im Bericht zum 1. Quartal 2013..

  Loewe AG
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Aktie erholt sich vom Schock

Die Loewe-Aktie fiel nach der Mitteilung zeitweise um bis zu 27 Prozent. Das war der zweitgrößte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. Mit 1,45 Euro waren die Titel zeitweise so billig wie zuletzt vor dreieinhalb Wochen. Im weiteren Handelsverlauf drehte aber wieder die Stimmung und die Aktie sogar ins Plus.

Mit dem angekündigten Schritt will sich der Vorstand um Matthias Harsch Firmenangaben zufolge den Rücken frei halten, um Loewe schneller zu restrukturieren und die neue Unternehmensstrategie umzusetzen. Loewe will sich gemeinsam mit strategischen Partnern und Investoren neu ausrichten.

Mehr zum Thema

Der TV-Hersteller hatte bereits angekündigt, seinen Aktionären Ende Juli Details zu den Verhandlungen mit potenziellen Rettern aus dem Fernen Osten zu nennen. Ein Investor soll Harsch zufolge einerseits Panels für die Flachbildschirme liefern, andererseits auch frisches Kapital mitbringen. Großaktionär von Loewe ist der selbst krisengeschüttelte japanische Elektronikkonzern Sharp.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX

 
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