05.02.2010 · Der Afghanistan-Einsatz der Nato ist eine Herausforderung an die Solidarität, ohne die ein Bündnis auf Dauer nicht zusammenhält. Derweil geht es in der deutschen Debatte eigentlich nur noch um den Abzug. Doch damit macht man sich wieder einmal etwas vor.
Von Horst BaciaNiemand wird Nato-Generalsekretär Rasmussen widersprechen, wenn er feststellt, 2010 sei für den Afghanistan-Einsatz ein „herausforderndes Jahr“. Mit einer neuen Strategie, mit mehr und besser ausgebildeten afghanischen Sicherheitskräften und mit mehr eigenen Soldaten will Isaf-Befehlshaber McChrystal die Initiative im Kampf gegen die Aufständischen zurückgewinnen.
Aber das heißt wohl auch, wie Rasmussen auf dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Istanbul feststellte: Es wird mehr Tote auf beiden Seiten und unter der Zivilbevölkerung geben, obwohl deren Schutz eigentlich im Mittelpunkt der neuen Strategie steht.
Für die geplante Verstärkung von Armee und Polizei fehlen noch viertausend Ausbilder und Mentoren (die den afghanischen Streitkräften auch im Gefecht zur Seite stehen sollen). Das alles ist eine Herausforderung an die Solidarität, ohne die ein Bündnis auf Dauer nicht zusammenhält. Derweil geht es in der deutschen Debatte eigentlich nur noch um den Abzug. Doch damit macht man sich wieder einmal etwas vor.
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