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Afghanistan Bundeswehr beteiligt sich am Awacs-Einsatz

17.06.2009 ·  Die Regierung hat beschlossen, dass sich die Bundeswehr mit ihren Soldaten auf Awacs-Flugzeugen zusätzlich am Afghanistaneinsatz beteiligt. Bis zu 300 Soldaten sollen dafür eingesetzt werden können.

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Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, dass sich die Bundeswehr mit ihren Soldaten auf Awacs-Flugzeugen zusätzlich am Afghanistaneinsatz beteiligt. Bis zu 300 Soldaten sollen dafür eingesetzt werden können. Der Bundestag soll am 3. Juli darüber entscheiden. Zugleich wurde bekannt, dass deutsche Soldaten in Afghanistan erstmals zur Abwehr gegnerischer Kräfte Luftangriffe vom Boden aus geleitet haben, bei denen amerikanische Kampfflugzeuge ihre Bordwaffen einsetzten.

Das Awacs-Mandat läuft bis zum 13. Dezember. Dann soll es in das zur Verlängerung anstehende Mandat zur Beteiligung an der Schutztruppe Isaf aufgenommen werden, dessen Obergrenze dann von 4500 auf 4800 Soldaten erhöht würde. Gegenwärtig sind rund 3750 Soldaten in Afghanistan. Geplant ist eine dauerhafte Verstärkung des Kontingents auf 4000. Zur Absicherung der Präsidentschaftswahlen im August sollen dieses Jahr zusätzlich 200 Soldaten nach Afghanistan verlegt werden.

Keine Feuerleitfähigkeit für Luft-Boden-Einsätze

Die Awacs sind Führungs- und Aufklärungsflugzeuge der Nato, die der Nato-geführten Isaf zur Verfügung gestellt werden sollen. Sie sollen ein Luftlagebild erstellen und zivilen und allen militärischen Nutzern des Luftraums zur Verfügung stellen; auch den Koalitionskräften der Anti-Terror-Operation „Enduring Freedom“ (OEF). Bei den in Afghanistan eingesetzten deutschen Tornados, die Fotos zur Bodenaufklärung machen, ist die Weitergabe von Daten an OEF im Mandat eingeschränkt.

Aufgabe der Awacs soll ferner die „Entflechtung von Luftverkehrsbewegungen“ sein: Sie sollen – den gesamten – militärischen Luftverkehr koordinieren und dabei auch den Zivilverkehr berücksichtigen. Die Awacs sollen Luftbetankungen für alle Militärflugzeuge koordinieren und eine „Relaisfunktion für Kommunikations- und Datenaustausch“ für alle wahrnehmen. Letzteres würde auch Bodeneinsätze unterstützen. Doch wies das Verteidigungsministerium darauf hin, dass die Nato-Awacs weder Bodenaufklärung betreiben könnten, noch eine Feuerleitfähigkeit für Luft-Boden-Einsätze hätten. Letztere gelten in Deutschland als politisch heikel, weil in Afghanistan durch Luftangriffe schon mehrfach versehentlich Unbeteiligte zu Tode gekommen sind.

Deutsche Hilfe für die Amerikaner

Gleichwohl muss auch die Bundeswehr immer wieder auf Luftunterstützung zurückgreifen. Am vergangenen Montag wurde dabei erstmals ein Beschuss von Gegnern durch amerikanische Kampfflugzeuge von deutschen Soldaten am Boden geführt. Eine Patrouille afghanischer Soldaten, begleitet von einem belgischen Ausbildungs- und Verbindungsteam, wurde in der Nähe von Kundus so heftig angegriffen, dass sie nicht ausweichen konnten. Daraufhin kamen rund hundert deutsche Soldaten sowie afghanische Kräfte zur Hilfe. Die belgischen Soldaten hatten zugleich Luftnahunterstützung angefordert und anfangs geführt. Dann übernahmen deutsche Feuerleitoffiziere, weil sie bessere Einsicht in das Geschehen hatten. Die bedrängten Verbündeten, denen zudem die Munition auszugehen drohte, konnten so entsetzt werden. Die Bundeswehrsoldaten gerieten ebenfalls unter Feuer, erlitten aber keine Verluste. Bundeswehrsoldaten hatten schon zuvor mehrere Male Luftunterstützung angefordert, wenn sie angegriffen worden waren. Doch reichte bislang die „Machtdemonstration“ tieffliegender Flugzeuge oder das Auslösen von Hitzefackeln, um die Angreifer zu vertreiben.

Drei dänische Soldaten sind am Mittwoch in Afghanistan getötet worden, als sie in ihrem Fahrzeug von einer an der Straße versteckten Bombe getroffen wurden. Ministerpräsident Rasmussen sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Dänemark, das gegenwärtig knapp 700 Soldaten in Afghanistan stationiert hat, vorwiegend in der südlichen Helmand-Provinz, hat damit seit 2002 24 Soldaten in Afghanistan verloren.

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