06.07.2011 · Mit einer Leistungssteigerung und zwei Toren von Inka Grings schlägt die deutsche Nationalmannschaft Frankreich 4:2 und gewinnt Vorrundengruppe A. Die französische Torfrau Sapowicz sieht die Rote Karte. Im Viertelfinale der WM wartet Japan.
Von Christian Kamp, MönchengladbachIn einer Hinsicht bleiben sich die deutschen Fußballfrauen treu: Sie machen es sich selbst nicht gerade leicht bei ihrer Heim-Weltmeisterschaft. Zwar gewann das Team von Silvia Neid zwar auch sein drittes und letztes Vorrundenspiel gegen Frankreich und sicherte sich damit Platz eins in der Vorrundengruppe A. Doch ein rundum überzeugender Auftritt war es wieder nicht beim 4:2-Sieg am Dienstagabend in Mönchengladbach. Einer durchaus bemerkenswerten Steigerung in der Offensive standen diesmal ungewohnte Konzentrationsschwächen in der Abwehr gegenüber, die dafür sorgten, dass sich die deutschen Damen ihrer Sache bis zuletzt nicht sicher sein konnten.
Die Spielerin des Abends war aus deutscher Sicht natürlich eine Angreiferin: Inka Grings, die nach dem zweiten Turniertor von Kerstin Garefrekes (25. Minute) zwei Treffer zum Erfolg beisteuerte (32., 68./Foulelfmeter), ehe Célia Okoyino da Mbabi noch den Schlusspunkt setzte (88.). Ausgerechnet Inka Grings, muss man sagen. Die Duisburgerin war zum Turnierstart von Célia Okoyino aus der Stammelf gedrängt worden. Dass sie nun ihre Chance bekam, hatte sie nicht zuletzt der Formkrise von Birgit Prinz zu verdanken.
Silvia Neid setzte ihre Andeutungen in die Tat um und bot Grings anstelle der Kapitänin auf. Für das deutsche Team stimmte das Resultat dieser brisanten Personalentscheidung - trotz der beiden Gegentreffer durch Marie-Laure Delie (56.) und Laura Georges (72.). Für Birgit Prinz dagegen, die nicht einmal eingewechselt wurde, wird es nun noch schwerer, in dieses Turnier zu finden, mit dem sie ihre große Karriere im Nationalteam beendet. Die nächste Aufgabe für das deutsche Team ist das Viertelfinale am Samstag - Japan wird dann in Wolfsburg der Gegner sein. Und auch wenn es noch lange nicht der ganz große Auftritt war gegen Frankreich - einen gewissen emotionalen Mehrwert dürfte der Sieg den deutschen Damen dann doch gebracht haben angesichts des immensen Drucks nach den mäßigen Leistungen in den ersten beiden Spielen.
Pause für Kulig
Grings für Prinz - das war am Dienstag nicht der einzige Wechsel in der deutschen Elf. Silvia Neid, die nicht unbedingt als experimentierfreudig gilt und in den ersten beiden Spielen jeweils dieselbe Startelf aufgeboten hatte, wirbelte ihr Team ganz schön durcheinander. Für die angeschlagenen Melanie Behringer (Bänderdehnung) und Linda Bresonik (Magen-Darm-Virus) spielten Lira Bajramaj und Bianca Schmidt, etwas überraschend bekam auch Kim Kulig eine Pause, Lena Goeßling begann neben Simone Laudehr in der Mittelfeldzentrale. Und man sah gleich, dass die Deutschen sich einiges vorgenommen hatten.
Großer Laufeinsatz ist bekanntlich nicht das schlechteste Hausmittel gegen weiche Knie. Und so wirkte das Spiel der DFB-Auswahl tatsächlich flotter und beweglicher als zuletzt. Auch Lira Bajramaj, die bislang nur zu Kurzeinsätzen gekommen war, trug in der einen oder anderen Szene ihren Teil dazu bei. Der Ertrag jedoch blieb zunächst aus, was daran lag, dass ungenaue Abspiele wieder einmal manchen guten Gedanken zunichte machten. Nach 25 Minuten ohne Torchance wirkte es eher so, als erstarre das deutsche Offensivspiel wie schon in den beiden anderen Partien. In dieser kritischen Phase kam eine Standardsituation der DFB-Auswahl gerade recht.
Zwei Chancen, zwei Tore
Eigentlich deutete nichts auf Torgefahr hin, als Babett Peter aus 45 Metern einen Freistoß vor das französische Tor schlug. Doch Wendie Renard, die längste Spielerin dieser WM, verschätzte sich, und so erhielt Kerstin Garefrekes eine unverhoffte Kopfballchance, die sie sich nicht entgehen lassen konnte. 1:0 - das war das Resultat dieser befreienden Tat. Und es war den Deutschen nicht genug. Ganz leichtfüßig sah es plötzlich aus, wie Simone Laudehr sich einige Minuten später auf der linken Seite durchsetzte, und auch ihre Flanke offenbarte jede Menge Feingefühl im Fuß. Inka Grings jedenfalls hatte keine Mühe, per Kopf zu vollenden. Zwei Chancen, zwei Tore, das war nicht nur eine Ausbeute, die sich sehen lassen konnte, sondern zugleich das Signal an das Publikum, das deutsche Team nach Kräften zu feiern.
Doch erledigt war die Aufgabe damit noch lange nicht. Kurz nach der Pause verwandelte die eingewechselte Marie-Laure Delie eine Flanke per Kopf. Lira Bajramaj war es dann, die den Weg zum 3:1 ebnete: das Foul an ihr führte zum Elfmeter, den Inka Grings verwandelte. Noch einmal kamen die Französinnen heran, und es sah kurzzeitig so aus, als könnte der Sieg noch in Gefahr geraten. Doch zu einem weiteren Treffer für Frankreich reichte es nicht mehr. Einen aber hatten sich die Deutschen noch aufgehoben, durch Célia Okoyino. Die Vorarbeit? Kam natürlich von Inka Grings.
Man muss die WM nicht schlechtreden...
Christof Reinholz (Sidartha)
- 06.07.2011, 01:24 Uhr
Hallo Ich höre Euch nicht!
Uwe Wagner (view)
- 06.07.2011, 07:12 Uhr
Was soll die ständige Nörgerlei: das war ein tolles Spiel!
Frank Bach (Spindel)
- 06.07.2011, 09:10 Uhr
Die Tore eins und zwei...
Thomas Kobler (ThomasKobler)
- 06.07.2011, 13:03 Uhr
Was soll dieses unterschwellige
beate geibel (emmapeel)
- 06.07.2011, 16:32 Uhr
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