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4:0 gegen Regensburg Die Neu-Bayern schlagen zu

 ·  Shaqiri, Pizarro und Mario Mandzukic gleich zweimal: Im Pokalspiel bei Jahn Regensburg treffen die Münchner Neuzugänge in der Offensivabteilung. Der Rekordmeister wird kaum gefordert, kann aber auch nicht glänzen.

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© dpa Gestatten, Shaqiri: Lahm gratuliert zum glänzenden Freistoß

Um eine Peinlichkeit sind die Bayern am Montagabend herumgekommen, aber ein echter Mutmacher für die kommende Bundesligasaison war das Pokalspiel bei Zweitliga-Aufsteiger SSV Jahn Regensburg auch nicht gerade. Das 4:0 durch Tore von Mandzukic (2), Shaqiri und Pizarro gehörte zur Sorte Pflichtsieg. Kaum Esprit, kaum Tempo, keine Aggressivität - der Rekordmeister gab gegen taktisch clevere, aber nicht gerade mit Schaum vor dem Mund kämpfende Regensburger keinen Hinweis darauf, wie er Borussia Dortmund wieder von der Spitzenposition in Deutschland verdrängen will.

Warnungen hatte es mehr als genug für die Bayern gegeben. Immerhin waren am ersten Pokalwochenende schon sechs Bundesligateams an der Unterklasse gescheitert. So richtig konzentriert wirkten die Profis des Rekordmeisters dennoch nicht.

Das mag an den Rahmenbedingungen gelegen haben. Das Stadion des SSV Jahn Regensburg ist eines Zweitligaaufsteigers nicht würdig. 12.500 Zuschauer passen hinein, eine altehrwürdige Haupttribüne, eine lieblos zusammengeschraubte Konstruktion neueren Datums, ansonsten lange, flache Stehränge.

Die sanitären Einrichtungen sind Jahrzehnte alt, der Spielstand wird mit zwei einzelnen Ziffern angezeigt, wie früher auf einer Quarzuhr. „Zu diesem Spiel muss man erst einmal die Einstellung finden“: Das sagte Tobias Schweinsteiger ein paar Tage vor dem Anstoß - und der Bruder des Bayern-Stars Bastian musste es wissen. Denn der ältere Schweinsteiger hatte in der vergangenen Saison als Torschützenkönig maßgeblichen Anteil am Regensburger Aufstieg in Liga zwei. Mittlerweile steht er seinem Bruder noch näher, er verstärkt die Amateure des FC Bayern.

Regensburgs Rückkehr in die zweite Liga galt als Fußballwunder. Der Verein wurde wegen seines Mini-Etats von 1,5 Millionen Euro als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, aber Trainer Markus Weinzierl leistete mit seiner Mannschaft aus vielen billigen Spielern und verkannten Talenten Großes. Der Fluch der guten Tat: Bundesligaklub FC Augsburg holte den Trainer als Nachfolger für Jos Luhukay, und die tragenden spielerischen Kräfte wechselten den Verein.

Der SSV Jahn Regensburg wollte finanziell bei den Angeboten der Konkurrenz nicht mithalten, die Erfahrungen sind noch zu frisch. Vor vier Jahren drehte der örtliche Energieversorger wegen ausbleibender Zahlungen den Strom ab. Nun soll der von den Amateuren der Frankfurter Eintracht gekommene Trainer Oscar Corrochano das zweite Wunder in Regensburg schaffen: mit einem Etat von 3,5 Millionen Euro die Liga halten. Zum Vergleich: Der FC Bayern ist drauf und dran, für den spanischen Nationalspieler Javier Martinez 40 Millionen Euro Ablöse an Bilbao zu zahlen.

Schwache Resonanz in Regensburg

Auf dem Spielfeld nivellierten sich die Unterschiede. Die Bayern kontrollierten Ball und Gegner, aber die Regensburger verhinderten, dass darüber ihr Tor in Gefahr geriet. Mit viel Fleiß und Intelligenz versperrten sie erfolgreich den Weg in ihren Strafraum, die ein oder andere Schludrigkeit der Münchner erleichterte den Regensburger dabei die Arbeit. Von einem mitreißenden Pokalfight war die Partie dennoch weit entfernt.

Dazu teilten sich die Regensburger ihre Kräfte zu gut ein, dafür blieb das Regensburger Publikum zu zurückhaltend. Als der Stadionsprecher die Fans vor dem Anpfiff aufforderte, zu den Klängen des Klassikers „You never walk alone“ die gerade zum Kampfpreis von fünf Euro erstandenen Pokal-Schals zu schwenken, blieb die Resonanz schwach. Geradeso wie der Lautstärkepegel während des Spiels, der Bayern-Anhang hatte klar und deutlich das Sagen.

Shaqiri verwandelt Freistoß

In der 32. Minute konnten die Fans des Rekordmeisters sogar jubeln. Ribery hatte sich mit etwas Glück am linken Flügel durchgesetzt - und Mandzukic den Ball aus kurzer Distanz verwertet. Aber dadurch wurde Regensburg etwas reger und nicht das Spiel der Bayern besser. Kurz vor dem Rückstand hatte Amachaibou schon die Chance auf einen Überraschungstreffer vergeben, kurz vor der Pause scheiterte Djuricin an Nationaltorwart Neuer. Als Einwechselspieler Jim-Patrick Müller die große Chance zum Ausgleichstreffer bekam, aber vertat, schien auf die Münchner doch noch ein heißer Pokalkampf zuzukommen. Doch wenig später machte sich der Schweizer Neuzugang Shaqiri erstmals um die Bayern verdient. In der Pause für Ribery ins Spiel gekommen, verwandelte Shaqiri in der 60. Minute einen Freistoß aus 20 Metern direkt zum 2:0.

Das war es dann mit den Regensburger Hoffnungen, ihren Beitrag zu dieser historischen ersten Pokalrunde zu leisten. Der Rest war routiniertes Verwalten durch die Bayern und angestrengtes Gesichtwahren der Regensburger, was ihnen gerade noch so gelang. Mandzukic (80.) und Pizarro (88.) erhöhten noch auf 4:0.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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