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3:0 für Deutschland Gegen Österreich klappt’s sogar „zu Null“

 ·  Deutschland nähert sich immer mehr der Weltmeisterschaft in Brasilien. Gegen Österreich führte eine konzentrierte Leistung zu einem souveränen Heimsieg. Miroslav Klose stellt Gerd Müllers Torrekord ein.

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© REUTERS Vergrößern Torschützen unter sich: Toni Kroos (l.) und Miroslav Klose gratulieren einander

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist der WM 2014 in Brasilien wieder ein Stück näher gekommen. Mit einem völlig verdienten und ungefährdeten 3:0-Sieg gegen Österreich durch Tore von Miroslav Klose (33. Minute), Toni Kroos (51.) und Thomas Müller (88.) hat der Tabellenführer der Qualifikationsgruppe C auch seinen Vorsprung von fünf Punkten auf Schweden verteidigt. Schon am Dienstag könnten in Färöer für Bundestrainer Joachim Löw und seine Auswahl die WM-Vorarbeiten bei einem Sieg vorzeitig und erfolgreich erledigt sein, falls bei einem deutschen Sieg die Schweden in Kasachstan nicht gewinnen.

In München tat der Favorit genau das, was er tun musste, um den Herausforderer auf Distanz zu halten. Ein langer konzentrierter und stabiler Auftritt genügte, um der eigenen Defensivschwäche zu begegnen - und die individuelle und mannschaftliche Klasse war auch ohne Schweinsteiger, Gündogan, Podolski, und Lars Bender groß genug, um sich Torchancen zu erspielen - und zu günstigen Zeitpunkten auch zu nutzen. Nach nicht einmal einer Stunde war die Partie entschieden, und erst danach erlaubte sich das Team ein paar Nachlässigkeiten im Abschluss und in der kollektiven Defensivarbeit.

Österreich wie in einem Heimspiel

In den ersten Minuten hatten die Österreicher noch deutlich machen wollen, dass ihnen ein Duell mit dem Nachbarn keine Angst mehr macht. Vor zwei Jahren noch waren sie 2:6 in Gelsenkirchen gegen die Deutschen untergegangen, aber in München machten zunächst auf den Rängen die Austria-Fans ein Spektakel und auf dem Platz führte sich die Mannschaft von Trainer Marcel Koller zu Beginn dann ebenfalls auf, als hätte sie ein Heimspiel. Mit wilder Entschlossenheit attackierten sie das deutsche Team weit in der gegnerischen Hälfte, und so war von spielerischer Entfaltung bei den Deutschen erst mal nichts zu sehen.

Aber das gab sich bald. Der Schwung der Österreicher war nach einer Viertelstunde dahin, der ewige Außenseiter hatte sich ausgetobt. Die Anfangsphase war aber dennoch so etwas wie ein erster Kurzzeit-Stabilitätstest für die neuformierte Viererkette und das defensive Mittelfeldfeld, die Hauptpfeiler der Defensivarbeit. Löw hatte ziemlich überraschend in der Innenverteidigung auf Mats Hummels verzichtet und Jeromé Boateng neben Per Mertesacker plaziert.

Auf den Sechserpositionen fanden sich wie erwartet Sami Khedira und Toni Kross, und bald ließ sich sagen, dass solche Abwehrschwächen wie zuletzt beim Test gegen Paraguay (3:3) in diesem Qualifikationsspiel - wie von Team und Trainer angekündigt - tatsächlich nichts zu suchen hatten. Die Mannschaft funktionierte als Defensivverbund, Konzentration und Engagement ließen sich dem großen Favoriten in der Gruppe C nicht absprechen. Den stärksten Auftritt in der Defensive lieferte an diesem Tag jedoch der Kapitän passend zu seinem Jubiläum ab. In seinem 100. Länderspiel bot Lahm einen hochintelligenten und extrem ballsicheren Auftritt auf der rechten Seite.

Stimmen zum Spiel: „Schön, dass wir mal wieder zu Null gespielt haben““

Im Mittelfeld beeindruckte Sami Khedira als Abräumer sowie mit enormer Energie in Defensive und Aufbauspiel, dem die Österreicher nicht immer gewachsen waren. Nach zehn Minuten war es auch ein Schuss des Madrider Mittelfeldspielers, der knapp neben das Tor ging, aber dennoch wie ein erstes Zeichen wirkte, dass die Deutschen nun ihre Favoritenrolle auszufüllen gedachten.

Immer überlegener

In der ersten Halbzeit wuchs die deutsche Überlegenheit immer weiter an, ohne dass man allerdings von der ganz großen Dominanz sprechen konnte. Das lag auch daran, dass Marco Reus nach knapp einer halben Stunden nach perfektem Zuspiel Khediras die beste Chance nicht entschlossen genug nutzte; eine Schwäche, die das deutsche Team immer wieder mit sich herumträgt und sich damit selbst das Leben schwer macht.

In der 33. Minute machte es Miroslav Klose dann jedoch viel besser, als er in bester Torjäger-Manier den Ball nach einer harten Hereingabe von Thomas Müller im Fallen aus wenigen Metern ins Tor drückte. Es war sein 68. Tor im 129. Länderspiel, und so knackte Klose ganz passend in München mit einem „Müller“-Tor den Rekord des legendären Torjägers der siebziger Jahre.

Die einzige Sorge, dass die Österreicher mit der ein oder anderen Soloaktion oder einer gelungenen Kombination, dem Favoriten noch einen unangenehmen Abend in München machen könnten, war dann auch kurz nach der Pause verflogen. Reus spielte an der Strafraumgrenze seinen Bayern-Kollegen Kroos an, der dann aus gut zwanzig Metern seine exzellente Schusstechnik demonstrierte.

Der Ball landete wunderschön zum 2:0 im Tor (51.) . Danach hätten die Deutschen leicht und ganz schnell noch einige Treffer nachlegen können, aber als diese Chancen vergeben waren, beschränkte sich der Tabellenführer bis zur 88. Minute darauf, seine Pflichtaufgabe zu erledigen, ehe Thomas Müller mit dem dritten Treffer den ziemlich großen Leistungsunterschied in diesem Klassiker auch im Ergebnis entsprechend deutlich machte.

Deutschland - Österreich 3:0 (1:0)

Deutschland: Neuer (Bayern München/27 Jahre/40 Länderspiele) - Lahm (Bayern München/29/100), Mertesacker (FC Arsenal/28/92), Boateng (Bayern München/25/31), Schmelzer (Borussia Dortmund/25/13 - 46. Höwedes/FC Schalke 04/25/15) - Khedira (Real Madrid/26/41), Kroos (Bayern München/23/36) - Thomas Müller (Bayern München/23/43), Özil (FC Arsenal/24/48), Reus (Borussia Dortmund/24/17 - 90.+2 Draxler/FC Schalke 04/19/7) - Klose (Lazio Rom/35/129 - 82. Sven Bender/Borussia Dortmund/24/5)

Österreich: Almer (Energie Cottbus/29/10) - Garics (FC Bologna/29/35 - 78. Klein/FC Salzburg/26/15), Dragovic (Dynamo Kiew/22/23), Pogatetz (1. FC Nürnberg/30/58), Fuchs (FC Schalke 04/27/56) - Arnautovic (Stoke City/24/29 - 67. Sabitzer/Rapid Wien/19/3), Kavlak (Besiktas Istanbul/24/26), Alaba (Bayern München/21/27), Ivanschitz (UD Levante/29/63 - 67. Burgstaller/Rapid Wien/24/6) - Harnik (VfB Stuttgart/26/38), Weimann (Aston Villa/22/8) Schiedsrichter: Mazic (Serbien)

Zuschauer: 68 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Klose (33.), 2:0 Kroos (51.), 3:0 Thomas Müller (88.)
Gelbe Karten: Khedira, Klose, Reus / Kavlak, Klein, Pogatetz, Weimann

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