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Eigenheim Kein Preisverfall in Sicht

21.02.2009 ·  Der wirtschaftliche Abschwung hat auf dem deutschen Markt für Wohnimmobilien noch keine Spuren hinterlassen. Die Preiskorrektur setzt mit zeitlicher Verzögerung ein - und dürfte vergleichsweise moderat ausfallen.

Von Steffen Uttich
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Die inzwischen schon anderthalb Jahre andauernde Finanzkrise und die davon Mitte vergangenen Jahres ausgelöste Rezession haben sich auf dem deutschen Markt für Wohnimmobilien noch nicht spürbar niedergeschlagen. Nach einer Umfrage des deutschen Städtetages, die zu Jahresbeginn in 56 großen Städten vorgenommen wurde, ist die Preisentwicklung von Wohnungen und Eigenheimen im Durchschnitt stabil.

In einigen ost- und süddeutschen Städten wurden sogar für Baugrundstücke sowie Ein- und Zweifamilienhäuser stärkere Tendenzen zu steigenden Preisen beobachtet. Als Grundlage dienten die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte. Die konstante Preisentwicklung sollte sich nach Einschätzung des kommunalen Verbandes auch im ersten Halbjahr 2009 fortsetzen.

Keine Anzeichen einer Krise

Der Immobilienindex von Bulwien-Gesa zeigte zuletzt ebenfalls keine Anzeichen einer bevorstehenden Krise im Segment der Wohnimmobilien. Vielmehr verzeichnete das Marktbarometer für 2008 einen Anstieg der Mieten und Preise um 1,1 Prozent. Dabei verteuerten sich vor allem die Kaufpreise für Eigentumswohnungen um gut ein Prozent, während die Preise für Reihenhäuser und die Grundstückspreise für Eigenheime nahezu stagnierten. Auch Bulwien-Gesa geht davon aus, dass im laufenden Jahr das Geschehen an den Wohnungsmärkten insgesamt in stabilen Bahnen verlaufen sollte.

Zu verdanken ist die erwartete Stabilität in naher Zukunft vor allem dem Umstand, dass sich eine Abschwächung des wirtschaftlichen Umfelds erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung in den Preisen für Wohnimmobilien niederschlägt. „Im Wohnungsmarkt ist eine Anpassungsreaktion bei andauernder Schwäche erst nach über einem Jahr erkennbar“, heißt es beispielsweise bei Bulwien-Gesa.

Gleichzeitig sollte sich der Korrekturbedarf hierzulande in Grenzen halten, weil die Preise für Wohneigentum im Vergleich zur dynamischen Aufwärtsentwicklung in Großbritannien oder Spanien in den vergangenen fünf Jahren nahezu stagnierten. Auch blieb die Neubautätigkeit in Deutschland weit hinter den beiden Ländern zurück. „Hier hat sich keine Blase aufgebaut, die nun platzen kann“, sagt Tobias Just, Immobilienspezialist von Deutsche Bank Research. Trotz der Rezession sei deshalb nicht mit flächendeckenden Preisrückgängen zu rechnen.

Kein großer Abwertungsdruck

Diese Einschätzung teilt auch Johann Kowar von der Wohnimmobiliengesellschaft Conwert. Er sieht in den nächsten Monaten keinen massiven Abwertungsdruck auf sich zukommen. „Weiteren Abwertungsbedarf sehen wir allenfalls auf solche Gesellschaften zukommen, die in den Hochzeiten 2006 und 2007 ihre Bestände durch Paketverkäufe erweitert oder das Potential ihrer Zukäufe hinsichtlich Lage und Objektqualität falsch eingeschätzt haben“, sagt er. Gleichwohl sollten die notwendigen Bewertungskorrekturen nicht so umfangreich ausfallen, dass es in diesem Jahr zu Notverkäufen großer Wohnimmobilienportfolios kommen wird.

Makler mit einer Ausrichtung auf Wohnimmobilien rechnen erst in dem Moment mit einem spürbaren Druck auf die Preise, wenn etwa die Arbeitslosigkeit im Zuge der Rezession signifikant nach oben geht. Anzeichen für die heraufziehende Korrekturphase finden sich allerdings auch schon in der Umfrage des Deutschen Städtetages.

So brach 2008 in vielen Städten der Umsatz nach Kaufverträgen für unbebaute und bebaute Einheiten im Geschosswohnungsbau nach mehreren Jahren mit hoher Marktaktivität ein. „Ob hierfür auch die weltweite Finanz- und Immobilienkrise des letzten Quartals ursächlich war, wird erst die detaillierte Analyse aller Zahlen im Frühjahr klären können“, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

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