27.03.2009 · Die Lage bei Gewerbeimmobilien in Deutschland ist schlecht, und die Aussichten sind düster: Die Degi rechnet erst vom Jahr 2011 an wieder mit leicht steigenden Gewerbemieten.
Die Immobilienfondsgesellschaft Degi erwartet an den großen Bürostandorten eine rückläufige Nachfrage, steigende Leerstände und sinkende Mieten. Nachdem sich die Vermietungsmärkte 2008 noch verhältnismäßig positiv dargestellt hätten, sei im laufenden Jahr mit einem Abschwung zu rechnen, hieß es im aktuellen Ausblick auf den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt der Degi, die zur Gruppe des britischen Vermögensverwalters Aberdeen gehört.
Eine Erholung sollte erst zeitversetzt zur erwarteten Wirtschaftsbelebung im nächsten Jahr einsetzen, so dass dann von 2011 an die Mieten wieder moderat steigen könnten. 2013 könnte sogar das Niveau von 2008 erreicht werden.
Die Mannschaft von Degi-Chefanalyst Thomas Beyerle stellt ihre Prognose jedoch unter den Vorbehalt, dass es nicht zu erneuten Erschütterungen im Finanzsystem kommt, wie sie im vergangenen Herbst der Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers ausgelöst hatte: „Bei einem erneuten Ereignis dieser Art ist damit zu rechnen, dass sich die globale Wirtschaft erst nach 2010 erholt.“
Anstieg der Anfangsrenditen
Auf dem deutschen Transaktionsmarkt erwarten die Degi-Analysten in diesem Jahr einen Anstieg der Anfangsrenditen um weitere 70 bis 100 Basispunkte - nach Spitzenrenditen zwischen 5 Prozent (München) und 6,95 Prozent (Dresden) im vergangenen Jahr. Die wirtschaftliche Eintrübung werde über ihre negativen Auswirkungen auf die Vermietungen auch den Investmentmarkt unter Druck setzen, heißt es zur Begründung.
„Wir erwarten, dass in erster Linie qualitativ hochwertige Objekte in guten Lagen auf den Markt kommen, da zweitklassige Objekte momentan weitgehend unverkäuflich sind und unter Verkaufsdruck geratene Investoren sich deshalb von Class-A-Objekten trennen werden, für die es weiterhin eine hohe Nachfrage durch sicherheitsorientierte Investoren gibt.“
Für Einzelhandelsimmobilien sind die Degi-Analysten etwas positiver gestimmt als für Büros, auch wenn ihrer Ansicht nach mit einer verstärkten Fluktuation vor allem in den Nebenlagen zu rechnen ist.