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New Yorker Messe Upper Class in Armory

21.10.2006 ·  Am Wochenende öffnet sie wieder ihre Pforten, die „International Fine Art and Antique Dealers Show“ in New York. Dann buhlen 66 Aussteller aus aller Welt mit historischen Luxusgütern um die kauffreudige Gunst ihres Publikums.

Von Lisa Zeitz, New York
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The International Fine Art and Antique Dealers Show öffnet am Wochenende ihre Pforten. 66 Aussteller, die meisten aus England und Amerika, sind mit reichem Gepäck angereist und breiten wieder ihre edlen Waren in der 7th Regiment Armory aus, damit sich die New Yorker Upper Class mit historischen Luxusgütern eindecken kann. Das Angebot reicht von Graphik, Malerei und Skulptur über Ethnographica, Möbel, Textilien, Silber, Keramik, Glas, Uhren, Schmuck und Bücher bis zu Waffen und Rüstungen.

Den größten zeitlichen Bogen spannt mit gekonnter Eleganz wieder der belgische Antiquitätenhändler Axel Vervoordt, der längst zu einer internationalen Stil-Ikone geworden ist: Steinerne Ritualäxte aus dem Ecuador des 2. vorchristlichen Jahrtausends wirken neben einem kleinen Bronzepferd aus dem Leonardo-Umkreis hochmodern. Für 140.000 Dollar ist ein prächtiger, bergkristallener Kronleuchter des 18. Jahrhunderts aus Versailles im Angebot.

Priester und Pionier des Action Painting

Er funkelt vor Lucio Fontanas „Concetto spaziale, Venezia d'argento“, einer mit dicker Silberfarbe verspachtelten Leinwand, die der Künstler 1961 durchlöchert und mit ein paar bunten Mosaiksteinen beklebt hat (1,75 Millionen Dollar). Im selben Jahr hat Kazuo Shiraga, der buddhistische Priester und japanische Pionier des Action Painting, sein abstraktes „Chisosei Tetsumenkomoto“ mit Mengen roter, brauner und schwarzer Ölfarbe gemalt - und dabei nur seine Füße benutzt.

Colnaghi/Bernheimer/Bellinger zeigen feine Altmeistergemälde und interessante Zeichnungen, zum Beispiel eine kleine Gouache auf Pergament von Antoine Germain Bévalet, der in seinem Trompe-l'oeil mit Koralle, Muschel und Maikäfer auch seine eigene Visitenkarte untergebracht hat (7000 Dollar). Das frühe 17. Jahrhundert ist mit einem Ölbild auf Kupfer von Jan Brueghel d. Ä. vertreten, das vor intensiv blauem Wolkenhimmel eine Landschaft mit pferdebespannten Planwagen und Reisenden zeigt (mehr als 3 Millionen Dollar). Das 18. Jahrhundert präsentiert Colnaghi mit einer detaillierten Ansicht der Piazza della Signoria in Florenz, gemalt von Giuseppe Zocchi, auf der klein, aber deutlich Michelangelos David vor dem Palazzo Vecchio zu erkennen ist (rund 3,75 Millionen Dollar).

Millionenschwere Liebe

Besonders originell ist François Bouchers intime Darstellung einer bezaubernden jungen Frau, die vor einem Spiegel sitzt, eine Dose mit Schönheitspflastern geöffnet hat und im Begriff ist, eins davon in ihrem Gesicht zu plazieren; das Porträt im Deckel der Dose ist vermutlich ihr Geliebter (1,25 Millionen Dollar). Bei Haughton Antiques aus London entpuppt sich ein Affe, der eine Kokosnuß umklammert, als Teekanne aus Majolica; er wurde um 1875 von der Firma Minton produziert (22.000 Dollar). Während sich für englisches Porzellan hauptsächlich Sammler aus dem englischsprachigen Raum interessieren, ist Meißen international gefragt: Das lebensgroße, exquisite Eichelhäherpaar aus der Zeit um 1745 trägt ein Preisschild von 230.000 Dollar.

Zum ersten Mal ist die Galerie Günter Puhze aus Freiburg auf der Messe vertreten. Unter den vielen schönen Objekten der ägyptischen, griechischen und römischen Antike sticht eine etruskische Amphore mit brüllendem Löwen aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert hervor (52.000 Dollar). Für den zarten Marmorkopf der Aphrodite aus dem 1. Jahrhundert nach Christus werden 36.000 Dollar erwartet. Der Pariser Antiquitätenhandel Maroun S. Salloum ist ganz auf die Zeit um 1900 spezialisiert und bietet Jugendstil vom Feinsten an: Eine Kaminverkleidung von Henri Bellery des Fontaines kombiniert Schmiedeeisen, Eichenholz und Glas (300.000 Dollar).

Ein Samtvorhang aus einer Münchner Villa mit Würfel- und Wellenmustern geht auf einen Entwurf Franz von Stucks zurück (60.000 Dollar). Acht schwere, dunkle Holzstühle des russischen Avantgarde-Designers Sergei Malyutin sollen 675.000 Dollar kosten. Bill Pallot vom Antiquitätenhandel Didier Aaron führt einen hochpolierten Mahagoni-Spieltisch im Stil Louis XVI. von David Roentgen vor, der sich fast geräuschlos von einem Kartentisch zum Spielfeld für Schach oder Tric-Trac verwandeln läßt und eine diskret angebrachte Geheimschublade enthält. Zwei dieser Spieltische kosten zusammen 900.000 Dollar, können aber auch einzeln verkauft werden.

Bis 26. Oktober. Eintritt 18 Dollar.

Quelle: F.A.Z., 21.10.2006, Nr. 245 / Seite 48
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