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Nachkriegskunst Zerrissen: Werke des sächsischen Malers Hermann Bachmann in Berlin

11.09.2006 ·  Die Berliner „Galerie am Gendarmenmarkt“ bietet einen Querschnitt durch alle Phasen des zyklischen Lebenswerks von Hermann Bachmann.

Von Camilla Blechen
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Unter dem Druck sowjetisch gesteuerter Kulturpolitik 1953 von Halle an der Saale nach West-Berlin übergesiedelt, mochte der sächsische Maler Hermann Bachmann sein vielversprechendes figurales Frühwerk angesichts übermächtiger informeller Tendenzen nicht mehr weiterentwickeln. Mit gegenstandslosen Farbspielen klinkte er sich, von der Galerie Rudolf Springer vertreten, für etliche Jahre in das aktuelle Kunstgeschehen der an Frankreich orientierten Bundesrepublik ein. Als das Primat der Abstraktion zu bröckeln begann, schlug sich Bachmann auf die Seite der Neuen Figuration. Eine langwierige, schwere Krankheit bewirkte ikonographisch verstörende Todesvisionen und führte am Ende zu einem unerwartet grellen, expressiven Spätwerk.

Die Berliner „Galerie am Gendarmenmarkt“ bietet einen Querschnitt durch alle Phasen des zyklischen Lebenswerks. Von 1954 stammt das DDR-spezifisch auf ein mythologisches Sujet zurückgreifende Gemälde „Kain und Abel“ (8000 Euro). Tachistisch angelegte landschaftliche Etüden vom Anfang der sechziger Jahre kosten um die 2000 Euro. Nicht viel teurer sind die von Alberto Giacometti angeregten Kleinformate frontal plazierter „Sitzender“. Zwischen 1977 und 1980 entstehen sechs Varianten eines surreal anmutenden „Hauses“, die zu Preisen zwischen 2200 und 3800 Euro angeboten werden. In subtilen Grautönen gemalt, bilden sie das ästhetische Zentrum der Ausstellung, die an einen zwischen Ost und West, Lebenswillen und Todesangst zerrissenen Künstler erinnert, dem es in schwierigen Zeiten gelang, einer Vielzahl von Ausdrucksformen Herr zu werden.

Bis 24. September.

Quelle: F.A.Z., 9. September 2006
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